Category Archives for "Regionalgeld"

Aus dem Archiv: Hier findest Du zahlreiche meiner Gedanken zu Regionalgeld

 

HINWEIS: Mittlerweile sehe ich einige Dinge NOCH differenzierter, wodurch die nachfolgend genannten Artikel an Aktualität verloren haben. Da in den einzelnen Artikeln dennoch auch sehr inspirierende Gedanken mit enthalten sind, möchte ich Dir diese Informationen nicht vorenthalten!

Wie Du mit dem Wechselkurs zwischen Regionalgeld und Euro spielen kannst

Wie Du mit dem Wechselkurs zwischen Regionalgeld und Euro spielen kannst

1:1.

Das ist meistens der Kurs, zu welchem diverse Regionalgeld-Initiativen ihr Regionalgeld gegen Euro herausgeben.

Und da der Mensch ja immer wieder nach Orientierung sucht und manchmal deshalb schon fast obrigkeitshörig alles Vorgegebene übernimmt, gibt es auch viele Akzeptanzstellen, die für Euro und Regionalgeld den gleichen Preis angeben.

Du kannst das natürlich auch gerne machen.

Es ist allein Deine Entscheidung.

Du kannst aber auch ein wenig mit Deinen Preisen spielen und Dir dadurch ganz neue Möglichkeiten schaffen.

Ich liebe es zu spielen. Möchtest Du mitspielen?

Was Du als Regionalgeld-Akzeptanzstelle von den Latinos lernen kannst

Seit ich mich mit alternativen Zahlungsmitteln beschäftige, erinnere ich mich immer wieder an ein Erlebnis, welches ich 2009 in Paraguay machen durfte. Rückblickend betrachtet, war dieses Erlebnis nämlich ein echter Augenöffner. 😉

Nun gut.

2009 machte ich eine Reise quer durch Lateinamerika und überquerte daher mit den Reise- und Linienbussen diverse Grenzen, hinter welchen ich dann oftmals die Wechselstuben aufsuchte, um Geld umzutauschen.

Das spannendste „Gelderlebnis“ an dieser Reise war jedoch, daß ich in vielen Geschäften Lateinamerikas nicht nur mit der Landeswährung zahlen konnte, sondern auch mit Euro oder US-Dollar.

Das lag oftmals auch daran, daß die Latinos damals Euro und US-Dollar mehr vertrauten als dem eigenen Geld.

Und so suchte ich in Paraguay einen kleinen Klamottenladen auf, in welchem ich mich nach einem Hemd umschaute.

Wie so oft war schnell auch an diesem Ort eine hübsche Verkäuferin an meiner Seite und fragte mich, ob ich mir das Hemd, welches ich mir gerade ein wenig länger anguckte, kaufen möchte.

Sie nahm das Hemd und bat mich ihr zur Kasse zu folgen.

Dort holte sie die aktuelle Tageszeitung hervor und verwies auf den aktuellen Wechselkurs zwischen US-Dollar und Guaraní, der Währung Paraguays.

Sie sagte ich könne gerne in Guaraní bezahlen. Wenn ich allerdings den Preis umgerechnet in US-Dollar bezahlen würde, bekäme ich auf den tagesaktuellen Wechselkurs einen Rabatt von 10%!

Ein Wechselkurs, der zu meinen Gunsten verändert wird?! Da mußte ich einfach zuschlagen. Ich nahm ein paar meiner US-Dollar aus meinem Geldbeutel und war stolzer Besitzer eines weißen Hemds.

Wie Du als T-Shirt-Ladenbesitzer mit anderen Zahlungsmitteln auch umgehen könntest

Stell Dir vor, Du betreibst einen kleinen T-Shirt-Laden, in welchem Du jedes T-Shirt für 10 Euro das Stück verkaufst.

Und nun kommt ein US-Amerikaner in Deinen kleinen Laden, sucht sich ein T-Shirt aus und sagt mit seinem amerikanischen Akzent:

„Dieses T-Shirt möchte ich kaufen. Aber ich würde gerne in US-Dollar bezahlen.“

Du: „Ok, das wären dann 100 US-Dollar!“

Er: „What!!! Der Wechselkurs liegt gerade mal bei 1:1,1. Das wären dann doch wohl eher 11 US-Dollar!“

Du: „Mag ja alles sein. Aber ich vertraue dem US-Dollar noch weniger als dem Euro und da ist es mir egal welcher Wechselkurs an der Börse ausgehandelt wurde. Ich muß – wenn ich Deine US-Dollar tatsächlich annehme – nicht nur meinen Mehraufwand mit einrechnen, sondern auch auch einen Risikoaufschlag. Denn woher soll ich wissen, ob dieses Papier in 2 Stunden nichts mehr wert ist?!? Und zu allem Überfluß nimmt ja auch kein anderer Laden in der Umgebung den US-Dollar an…!“

Der US-Amerikaner macht auf seinem Absatz kehrt, so daß nur ein leichter Gummigeruch zurückbleibt.

Was ist passiert?

Ok, Du hast nun nichts verkauft, was Du ja eigentlich möchtest.

Aber das sollte Dich nicht weiter stören. Denn Du hast sein Angebot letztlich deshalb abgelehnt, weil für Dich der Tausch (T-Shirt gegen US-Dollar) in einem unbefriedigenden Verhältnis stand.

5 Gründe, warum Du einen kundenfreundlichen Wechselkurs anbieten solltest

Wie Du nun am besten die unterschiedlichen Preise und Wechselkurse Deinen Kunden mitteilst ohne daß Deine Verkäufe ins Stocken geraten, mußt letztlich Du herausfinden.

Gerade zu Anfang ist es allerdings eher unvorteilhaft zu viele Preise auf nur einem Preisschild bzw. Produkt zu haben – das schadet nämlich der Übersichtlichkeit. Allerdings bietet sich wie bei meinem Paraguay-Erlebnis immer auch ein Rabatthinweis an.

Tipp: Wie wäre es zum Beispiel mit einem großen Plakat an Deiner Ladenkasse: Zahle in Regionalgeld und Du erhältst 10% Rabatt!

Hier nun die 5 Gründe, um mit dem Regionalgeldpreis unter dem des Euros zu bleiben:

  • Du willst die Ideologie hinter der Regionalgeld-Initiative unterstützen
  • Du vertraust dem Regionalgeld mehr als dem Euro
  • Du nutzt es für Marketingzwecke
  • Du möchtest Deine Preise in Euro anheben. Deshalb bietest Du den alten Preis in Regionalgeld an und hebst dann
  • Du diversifizierst Deine Produkte und Preise. Das heißt, Du hast ähnliche Produkte, die sich allerdings in ihrer Qualität und ihrem Umfang unterscheiden, so daß Du diese auch zu unterschiedlichen Preisen anbieten möchtest. So kannst Du unterschiedlich zahlungskräftige Kunden gewinnen.

6 Gründe, warum Du einen Wechselkurs anbieten solltest, der „weniger kundenfreundlich“ ist

Manchmal macht es tatsächlich Sinn den Wechselkurs in die andere Richtung zu verändern. Allerdings solltest Du es dabei nicht übertreiben, weil Du Dir dann selbst die idealistischsten Kunden vergrauelst, die Dich dann wiederum auch nicht weiterempfehlen werden.

Tipp: Wenn die Rücktauschgebühr von Deiner Regionalwährung in Euro zum Beispiel 10 Prozent beträgt, so bietet es sich an bei Zahlung in Regionalgeld einen Aufschlag von vielleicht 5 Prozent zu verlangen. Wenn Du nämlich zum Beispiel gute (Geschäfts-)Beziehungen zu einer anderen Akzeptanzstelle pflegen möchtest, die immer mal wieder in Euro zurücktauscht, so bekommt sie bei Dir bei Zahlung in Regionalgeld einen Preisvorteil von immerhin 5 Prozent.

  • Du willst die Ideologie hinter der Regionalgeld-Initiative unterstützen
  • Du möchtest das Regionalgeld (allerdings) zunächst nur ausprobieren
  • Du tauschst alles eingenommene Regionalgeld stets in Euro um und willst die Rücktauschgebühr an Deine Kunden weitergeben
  • Du vertraust dem Euro mehr als dem Regionalgeld
  • Du nutzt das Regionalgeld für Marketingzwecke (bist allerdings nicht so effektiv wie jene Akzeptanzstellen, die mit dem Regionalgeldpreis unter dem des Euros bleiben)
  • Du betreibst eine Wechselstube, wo Du mit diversen Zahlungsmitteln handelst und die verschiedensten Wechselkurse ausgibst

Zusammenfassung:

Es ist Dein gutes Recht zu bestimmen, wann Du Deine Ware oder Deine Dienstleistung gegen ein x-beliebiges Zahlungsmittel eintauschst.

Du mußt Dich keinem „offiziellen“ Wechselkurs bedingungslos unterordnen. Diese Wechselkurse helfen Dir allerdings eine gewisse Orientierung zu gewinnen.

Und selbst wenn die Mehrheit in Bezug auf einen Wechselkurs anders denkt als Du, darfst Du stets Deine persönliche Note in einen Wechselkurs mit einfließen lassen.

Du bist derjenige, der über Deine persönliche „Geldsouveränität“ entscheidet!

 

Hättest Du als Ladenbesitzer das T-Shirt für 11 US-Dollar verkauft? 😛

 

10 Gründe, warum Du öfter mit Regionalwährung einkaufen solltest

10 Gründe, warum Du öfter mit Regionalwährung einkaufen solltest

Kennst Du Veganer?

Also vielleicht nicht unbedingt Veganer, die deshalb Veganer sind, weil es ihnen um ihre Gesundheit oder ihre eigene spirituelle Entwicklung geht. Sondern in diesem Fall meine ich eher die Veganer, die das Tierleid auf dieser Welt gerne vermindern wollen.

Sie vermeiden daher nämlich alle Produkte, die irgendwie aus Tier hergestellt wurden. Sie nehmen dadurch Einfluß auf die Wertschöpfungketten, so daß sich Unternehmen verändern müssen, wenn sie diese Menschen als Kunden wieder zurückgewinnen wollen.

So versuchen viele Veganer bei ihren Einkäufen eine immer souveränere Konsumentenbasis aufzubauen.

Und weißt Du was?

Nutzen Menschen wie Du und ich bei ihrem Einkauf so oft es geht Regionalwährung, dann kommen wir noch viel schneller zu unserer Konsumentensouveränität! 😉

1. Mit Regionalwährung förderst Du regionale Wirtschaftskreisläufe

Vielleicht hast Du in Deiner Kleinstadt auch schon beobachtet, daß immer mehr Läden in der Einkaufsstraße schließen. Ein trauriges Bild. Es fehlt nur noch der Wind, der einen kleinen, vertrockneten und rollenden Busch durch die Straße rollen läßt und das Szenario einer verlassenen Wild-West-Stadt wäre perfekt.

All die verlassenen Läden konnten sich nicht mehr halten, weil Kapitalismus und Globalisierung schon in Deiner Nachbarschaft ihre Opfer fordern.

Denn wenn die Menschen in einer Region bereits wenig Geld haben, dann werden sie ihr Geld auch so gut es geht zurückhalten. Und das bedeutet dann nicht nur für den örtlichen Handwerker oder auch den kleinen Ladenbesitzer, daß sie weniger Umsatz machen – es zieht sich durch die ganze Region, weil alle Geldbeutel nur den Einkauf von Billigware aus dem Ausland erlauben.

Angestellte müßten dann womöglich auf Gehalt verzichten, wenn sie ihre Arbeit nicht verlieren wollen. Und wenn sie dann noch weniger Geld im Portemonnaie haben, haben sie noch weniger Geld um damit die regionalen Unternehmen zu unterstützen.

Diesen Teufelskreis, kannst Du durch die Nutzung von Regionalwährungen unterbrechen.

Nutzen und Auswirkungen für Dich und Dein Umfeld:

  • Das Geld bleibt in der Region, so daß damit zum Beispiel nicht an der Börse spekuliert werden kann.
  • Durch ihre Regionalgeld-Umsätze unterstützen sich die regionalen Unternehmer gegenseitig, weil sie dann wie Du ebenso in der Region mit Regionalwährung einkaufen werden.

2. Regionalwährungen sind oftmals mit einer Umlaufgebühr ausgestattet

Wird die Möglichkeit des Geldhortens gefördert (Zins und Zinseszins), wird damit ein gesellschaftlicher Infarkt provoziert. Genaugenommen tritt ein solcher Gesellschaftsinfarkt sogar ein, wenn lediglich Zins und Zinseszins verboten werden, weil es immer Menschen geben wird, die mit Geld besser umgehen können als andere.

Das Geld, welches sie in Massen anhäufen, fehlt dann anderen Menschen, um ihre Waren und Dienstleistungen untereinander austauschen zu können.

Das Grundprinzip eines jeden Zahlungsmittels sollte es daher sein, daß es den Menschen dient und nicht daß die Menschen letztlich dem Geld dienen. Und dies wird mit einer Umlaufgebühr möglich gemacht.

Nutzen und Auswirkungen für Dich und Dein Umfeld:

  • Du förderst ein Zahlungsmittel, welches Dir als Mensch dienen möchte.
  • Du erlebst eine gesunde Gesellschaft, die zunehmend bereit ist vom Geld selbst loszulassen und somit für die eigene Evolution offen ist.

3. Je mehr Umsätze „Pioniere“ mit Regionalwährungen machen, desto attraktiver wird dies auch für weitere Unternehmen

Letztlich rennen wir doch fast alle irgendwie Geld und Besitztümern hinterher.

Wenn ein Unternehmer zum Beispiel merkt, daß seine Euro-Umsätze einbrechen, weil der Konkurrent Regionalwährung ausprobiert, kann er sich überlegen, ob er nun auch Regionalwährung akzeptieren soll oder ob er sein Geschäft schließt.

Wahrscheinlicher ist wohl die erste Überlegung.

Nutzen und Auswirkungen für Dich und Dein Umfeld:

  • Durch Deine intensive Unterstützung für Menschen und Unternehmen, die bewußt handeln und wirklich nachhaltig denken, hast Du bei diesen Menschen ein Stein im Brett. Beziehungen schaden schließlich nur dem, der keine hat! 😉
  • Wenn jemand seine Umsätze durch die Annahme von Regionalwährung vergrößern kann, wird eine solche frohe Botschaft natürlich die Runde machen. Weitere Unternehmen werden dem Beispiel der Pionier-Unternehmen folgen. Dadurch erhöht sich das Waren- und Dienstleistungsangebot in der Region, so daß es noch attraktiver wird mit Regionalgeld einzukaufen. Dadurch werden noch mehr Unternehmen auf dieses Zahlungsmittel aufmerksam. Usw. Das geht dann irgendwann halt ab wie „Schmidt’s Katze“. 😉

4. Du förderst nachhaltige und ökologische Absichten

Hast Du Dich auch schon mal gewundert, wie es sein kann, daß selbst in einem Bioladen Äpfel aus Argentinien und Neuseeland angeboten werden, während Du in Deiner Nachbarschaft beobachtest, daß dort die Äpfel an den Bäumen verfaulen?

Wie ökologisch ist unser Denken und unser Konsum, wenn wir Äpfel über den ganzen Globus zu uns kommen lassen, während die Äpfel an den heimischen Bäumen ungenutzt bleiben?

Nutzen und Auswirkungen für Dich und Dein Umfeld:

  • Macht der Bioladen wegen Menschen wie Dir überwiegend mit Regionalgeld seinen Umsatz, so wird es ihm auch zunehmend erschwert überregional einzukaufen. Gut, so manche Regionalwährung läßt sich unter Zahlung einer Rücktauschgebühr auch wieder in Euro wechseln – aber dieser Umweg kostet Zeit und Geld. Der Fokus wird daher noch stärker auf kurze Transportwege gesetzt.
  • Wenn Unternehmen wie der Bioladen nicht den Wünschen ihrer Kunden nachkommen, machen sie pleite. Das heißt, daß jemand wie Du schon zeigen muß, daß Du erkannt hast, daß Erdbeeren im Winter unnatürlicher Luxus sind, die die Umwelt eher belasten als sie zu schonen.
  • Als Veganer, der Tierleid vermindern möchte, kannst Du so noch bessere Impulse gegen Massentierhaltung setzen.

5. Du förderst das menschliche Miteinander und das Gemeinwohl

Irgendwie ist es schon interessant zu beobachten wie manche Menschen über Dinge wild diskutieren, um am Ende immer wieder festzustellen, daß das Geld vorne und hinten nicht reicht. Das fängt schon bei kleineren Gemeindesitzungen an.

Der einzelne und auch Gemeinschaften haben in einem verzinsten Geldsystem echte Probleme das Geld zusammenzuhalten oder gar welches zu bekommen. Dieser erzeugte Mangel fördert den Egoismus, so daß jeder erstmal an sich denken muß.

Wenn aber eine Regionalwährung mit einer Umlaufgebühr ausgestattet ist, dann steht das Geld letztlich jedem schneller wieder zur Verfügung, weil das Geldhorten unattraktiv wird.

Dann heißt es in Gemeindesitzungen nicht mehr „Wo können wir noch sparen?“ sondern „Wer braucht noch etwas, wer hat noch nicht?“

Nutzen und Auswirkungen für Dich und Dein Umfeld:

  • Du brauchst Dich weniger vor Kriminalität zu fürchten, weil niemand einen echten Mangel erfährt.
  • Wenn die Menschen weniger zu Egoismus gezwungen sind, sind sie für ein Gemeinschaftsleben offener. Die Hilfsbereitschaft um Dich herum wird wachsen.

6. Nimmst Du selbst Regionalwährung an, wirst Du dieses Geld schneller wiedersehen als Euro

„Das schlechtere Geld ist das bessere Geld!“

Das klingt jetzt vielleicht paradox. Aber wenn Du bei dem einen Geld Zinsen bekommen kannst und bei dem anderen eine Gebühr bezahlen mußt, wenn Du es nicht ausgibst – welches Geld wirst Du dann wohl eher benutzen wollen, um einzukaufen?

Und wie werden wohl andere Menschen sich verhalten, wenn schon Du keine Gebühr bezahlen möchtest?

Irgendwie ist eine Regionalwährung mit Umlaufgebühr dann doch ein „Schwarzer Peter in Engelsgestalt“, wenn er immer wieder zurückkommt und Dir zu stetigen Umsätzen verhilft, oder?! 🙂

Nutzen und Auswirkungen für Dich und Dein Umfeld:

  • Deine eigenen Umsätze werden sich erhöhen und Du kannst gleichzeitig immer wieder aufs Neue mit Deinen Einkäufen Impulse für die Region setzen.
  • Das verzinste Geldsystem wird irgendwann als leere Hülle zurückbleiben, weil es von den Menschen gar nicht mehr genutzt wird. Hinzu kommt, daß auch ein Sicherheitsdenken á la „Geld-auf-die-hohe-Kante-legen“ bei einem Geld mit Umlaufgebühr tatsächlich irgendwann nicht mehr vorhanden sein wird.

7. Du unterbindest mit Regionalwährung „Etikettenschwindel“

Vielleicht ist Dir der neue Marketing-Trend schon aufgefallen. Nachhaltig, sozial und irgendwie grün sollten Werbung und Imagekampagnen sein.

Vielleicht noch irgendein Nachhaltigkeitssiegel für die Produkte und der immer kritischer werdende Kunde sollte überzeugt sein.

Mag sogar sein, daß einige dieser Nachhaltigkeitssiegel „verwaschen“ sind, weil diese Siegel in gewisser Weise wiederum ein Interesse daran haben, daß möglichst viele Unternehmen mitmachen, damit auch das Siegel bekannter wird. Und dann müssen zum Teil faule Kompromisse geschlossen werden.

Außerdem stellt sich die Frage wie wahrhaftig solcherlei Marketingaktionen und Siegel sind, wenn das einzige Geld, welches jene Unternehmen annehmen, für ein gesellschaftliches Ungleichgewicht und Umweltzerstörung sorgen?

Nutzen und Auswirkungen für Dich und Dein Umfeld:

  • Mit Deinem „doppel-bewußten Konsum“ (Was konsumierst Du? Womit bezahlst Du?) bestimmst Du, was für Dich ein wahrhaftiges Nachhaltigkeitssiegel ist.
  • Du sorgst dafür, daß die Annahme von Regionalwährung oder anderen alternativen Zahlungsmitteln zum wahren Nachhaltigkeitsmerkmal für ein Unternehmen wird.
  • Wird regional produziert, kannst Du besser nachvollziehen, ob die angepriesene Nachhaltigkeit in den Unternehmen tatsächlich gegeben ist.

8. Du verführst andere Menschen dazu sich über Geld tiefere Gedanken zu machen

Hast Du zum Beispiel schon mal in einem großen Super- oder Baumarkt gefragt, ob Du dort auch mit Regionalwährung bezahlen kannst? Dann zeigst Du den Schein und verlierst kein weiteres Wort. 😀

Nutzen und Auswirkungen für Dich und Dein Umfeld:

  • Du hast ein wenig Spaß und kannst in verdutzte Gesichter schauen.
  • Menschen erleben in ihrem „alternativlosen“ Schlaf einen merkwürdigen Traum, der vielleicht tatsächlich etwas in ihnen wachrüttelt.

9. Du förderst eher Kleinunternehmer als Großkonzerne

„Sie sind zwar groß und stark, aber wir sind klein und beweglich!“ Das sagte Gene Hackman zu Will Smith im Film „Staatsfeind Nr. 1“.

Echt klasse, wie diese Aussage immer wieder zutrifft.

Denn die großen Player lassen sich auf so einen „Spielkram“ gar nicht ein. Und wenn da mal ein Mitarbeiter das Potential von einer Regionalwährung erkannt hat, dann dauert es immer, bis dies durch alle nötigen Konzernebenen und bei allen Mitarbeitern durchgedrungen ist. Und dann muß da noch die riesengroße Buchführung für diesen „Furz“ angepaßt werden. Willkommen in der Komfortzone! 😀

Großkonzerne sind außerdem tendenziell eher Freunde der Globalisierung.

Nutzen und Auswirkungen für Dich und Dein Umfeld:

  • Wenn die regionalen Kleinunternehmer größere Umsätze machen, werden sie irgendwann Hilfe brauchen, um die Aufträge allesamt abzuarbeiten. Sie werden gut bezahlte Mitarbeiter beschäftigen müssen. Und wenn ihnen das nicht gelingt, werden Existenzen gegründet, die diese Lücke füllen werden. Gehälter und Umsätze werden in Deiner Region zunehmen, so daß Du so (als Selbstständiger) oder so (als Angestellter) zu diesen Nutznießern gehören wirst.
  • Das Kräfteverhältnis zwischen Kleinunternehmern und Großkonzernen verschiebt sich gen Kleinunternehmertum, so daß Großkonzerne zunehmend ihre Daseinsberechtigung verlieren.

10. Du setzt Impulse für mehr Autarkie

Immer mehr Menschen fangen an zu begreifen, daß es um den Euro nicht wirklich gut bestellt ist. Es wird zum Beispiel von Sparerenteignung zu Gunsten verschuldeter Banken und der Abschaffung von Bargeld gesprochen. Und die Spatzen pfeifen es daher schon seit geraumer Zeit von den Dächern, daß der Euro-Crash und „der totale Überwachungsstaat“ nicht mehr weit weg sein können.

Doch wie willst Du die immer fester werdenden Daumenschrauben umgehen, wenn Du immer wieder die Systeminfrastruktur nutzt?

Wie widerstandsfähig ist Dein wirtschaftliches Umfeld bei einem Euro-Crash, wenn doch jeder Hans und Franz den Euro nutzt?

Nutzen und Auswirkungen für Dich und Dein Umfeld:

  • Durch die Nutzung von Regionalwährung werden neue Zahlungsinfrastrukturen in der Region aufgebaut, so daß die Region krisenunabhängiger wird.
  • Ist die Region weniger krisenabhängig ist sie auch weniger systemabhängig.

Zusammenfassung:

Den Nutzen, den Du bei Deinem Einkauf in Regionalwährung erfahren wirst, siehst Du nicht sofort. Du brauchst also ein klein wenig Geduld und Vertrauen.

Doch genau darum geht es ja bei den alternativen Zahlungsmitteln:

Über den Tellerrand hinausschauen und langfristig Denken und Handeln.

 

Kennst Du noch einen Grund, warum wir öfter mit Regionalwährung einkaufen sollten?

 

Wie nicht nur Dir umlaufgesichertes Geld dabei hilft raus aus der Komfortzone zu kommen

Wie nicht nur Dir umlaufgesichertes Geld dabei hilft raus aus der Komfortzone zu kommen

Was haben die Schwerkraft und das Geld gemeinsam?

Richtig!

Beide werden von vielen Menschen für „Naturkonstanten“ gehalten. Also für etwas, was mehr oder weniger für unveränderbar und nicht beeinflußbar gehalten wird.

Und was ist der Unterschied zwischen der Schwerkraft und dem Geld?

Daß es bei der Schwerkraft höchstwahrscheinlich zutreffen mag, daß sie eine Naturkonstante ist – denn sie kommt ja in der Natur vor. Bei einem Geld ist es hingegen ganz klar nicht der Fall.

Das heißt also, daß viele Menschen in Bezug auf Geld Vorurteile haben dürften, die nicht wahr sind.

Warum deshalb auch nicht jede Form von Geld pauschal schlecht ist

Nun mag es in manchen Situationen wirklich hilfreich sein in Schubladen zu denken oder gar das Wissen um die Schubladen für sich zu nutzen. (Das beschreibt Anneli zum Beispiel sehr schön.)

Es allerdings generell zu tun, würde bedeuten, daß Du gewisse Dinge nie sehen oder erleben wirst.

Du verschließt Dich also für Möglichkeiten, die Dein Leben durchaus sehr bereichern könnten.

Und genau so ist es auch beim Geld.

Denn Geld ist nicht pauschal schlecht. Es verdirbt nicht pauschal Deinen Charakter, es zerstört nicht pauschal Umwelt und Gesellschaft. Auch kannst Du nicht pauschal sagen, daß Geld Dich nicht glücklich machen würde.

Denn wenn Du zum Beispiel in einer vorigen Beziehung von einer Frau mal betrogen wurdest, kannst Du deswegen doch noch lange nicht behaupten, daß deshalb alle Frauen so etwas machen würden. Oder wäre eine solche Vorverurteilung allen anderen Frauen gegenüber fair? Daß Dich Liebesbeziehungen zu Frauen dann nie wirklich glücklich machen werden, versteht sich fast von selbst…

Ok, wenn Du also zum Beispiel mit einer bestimmten Art von Geld erfahren hast, daß es Dich unglücklich macht, kannst Du dann wirklich sagen, daß es auch für alle anderen Gelder gilt?

Wo die Unterschiede und Zusammenhänge zwischen den Begriffen „Geld“ und „Geldsystem“ liegen

Das schwierige daran ist im ersten Moment vielleicht für viele Menschen zu erkennen, daß es ein System hinter dem Geld gibt.

Und in einem solchen System wird dann unter anderem festgelegt, wie Geld zum Beispiel entsteht (Geldschöpfung) oder wer ein solches Geld überhaupt schöpfen bzw. ausgeben kann.

Mit anderen Worten: Ein Geldsystem ist nichts anderes als ein künstlich geschaffenes Regelwerk für ein bestimmtes Geld.

Doch wenn ein Geldsystem wie zum Beispiel der Euro ein künstlich von Menschen geschaffenes Regelwerk ist, welches Menschen und Natur kaputt macht, dann müßte es doch auch möglich sein, daß wir als Menschen ein künstliches Regelwerk für Geld erschaffen, welches Menschen und Natur in die Heilung bringt.

Warum sollte so etwas also nicht funktionieren?

Welches Geldsystem uns in der Komfortzone hält und welches uns dazu ermutigt sie zu verlassen

Wenn also ein verzinstes Geldsystem wie jenes des Euros uns in der Komfortzone hält, dann müßte es doch auch möglich sein ein Geldsystem zu entwickeln, welches Menschen raus aus der Komfortzone holen könnte.

Der Zins bewirkt innerhalb unserer Gesellschaft eine Vermögensumverteilung, wodurch wir uns einem uns krank machenden Konkurrenzkampf aussetzen und uns gleichzeitig einlullen lassen, so daß wir uns weiterhin in unserem Leid suhlen.

Ein Geldsystem mit einer Umlaufgebühr – also ein umlaufgesichertes Geld – hingegen bewirkt Kooperation statt Konkurrenzkampf und fordert Dich zudem dazu auf aus Deiner Komfortzone herauszukommen.

Und die Geschichte der Umlaufgebühr hat sowohl im Mittelalter (Brakteaten) als auch beim Wunder von Wörgl bereits eindrucksvoll gezeigt, daß Geld tatsächlich zu einer nachhaltigen Menschheitsentwicklung beitragen kann.

Welche Grunderkenntnis die Befürworter der Umlaufgebühr bewegt

Während das Zeitalter der Brakteaten eher „zufällig“ entstand, entstand das Wörgler Freigeld-Experiment aus den Theorien und Ideen von Silvio Gesell.

Die Grunderkenntnis dabei ist, daß eine Hortung von Geld („Geld auf die hohe Kante legen“) dazu führt, daß eine Gesellschaft ins Ungleichgewicht gerät.

Wer Geld hat, der bestimmt, wo es lang geht. Wer kein Geld hat, der kuscht und funktioniert, weil er ja vom Geld abhängig ist.

Und so entsteht bei vielen Menschen das Gefühl, daß sie dem Geld oder der Wirtschaft dienen müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Auf subtile Art und Weise wird ein Großteil der Menschen von einem verzinsten Geldsystem versklavt.

Geld ist dann nämlich eigentlich kein Werkzeug mehr, damit wir unsere Waren und Dienstleistungen schneller miteinander tauschen können. Sondern Geld ist dann zu einer Bedrohung – man könnte gar sagen zu einer Waffe – geworden.

Wie die Umlaufgebühr in einem Geldsystem funktioniert

Um Dir Sinn, Nutzen und Funktion einer Umlaufgebühr verständlich zu machen, ist der Vergleich zu einer Parkgebühr ganz praktisch. Die Gebühr kennst Du bestimmt, wenn Du für Dein Auto hin und wieder ein Ticket lösen mußt.

Wenn Du ein Parkticket lößt, dann zahlst Du damit eine Art Nutzungsgebühr für den Parkplatz, auf welchem Dein Auto gerade steht.

Jetzt mag es sein, daß Du für Parkdauer von einer halben Stunde nichts bezahlen müßtest.

Aber letztlich ist es so, daß der Parkplatz für Dein Auto umso teurer wird, je länger Du Dein Auto auf dem Parkplatz stehen läßt. Und deswegen bist Du „motiviert“ möglichst schnell den Parkplatz wieder frei zu machen, damit Du selbst keine (weiteren) Parkgebühren bezahlen mußt.

Du stellst also den Parkplatz, den Du zuvor mit Deinem Auto für andere Autofahrer „blockiert“ hattest, für den nächsten Menschen zur Verfügung.

Und da auch dieser Autofahrer eine Parkplatzgebühr zu bezahlen hätte, wenn er länger als eine halbe Stunde den Parkplatz für sich nutzt, wird er wohl ebenso bestrebt sein, den Parkplatz zügig wieder frei zu machen.

Somit kann ein Parkplatz an einem Tag viele Male genutzt werden, so daß viele Menschen in der Nähe die Dinge erledigen können, die zu erledigen sind.

Die Menschen werden also nicht durch irgendeinen Dauerparker davon abgehalten, etwas zu tun, was sie gerne tun möchten.

Und genauso funktioniert die Umlaufgebühr. Wenn Du zu lange auf dem Geld sitzt, mußt Du eine Nutzungsgebühr dafür bezahlen.

Sie motiviert daher die Menschen dazu das Geld wieder freizugeben, so daß es auch andere Menschen für sich nutzen können. Denn genau dann erfüllt das Geld seinen eigentlichen Zweck.

Geld ist nämlich kein Wertaufbewahrungsmittel, wie manch einer noch glauben mag, sondern es ist ein Werkzeug, welches es uns erleichtert unsere Fähigkeiten, die wir mit unseren Waren und Dienstleistungen zum Ausdruck bringen, einfach und schnell untereinander austauschen zu können.

Warum „schlechtes Geld“ das bessere Geld ist und uns allesamt raus aus der Komfortzone holt

Während ich immer mal wieder von Regionalgeldern schwärmte, die eine solche Umlaufgebühr verwenden, wurde mir auch immer mal wieder entgegnet, daß man dann doch gar nicht sparen könne.

Eine Anschaffung wie ein Auto oder ein Haus wäre dann schlichtweg nicht möglich.

Wenn auch nicht ganz so extrem, wie dieser Aspekt der Angst mir geschildert wurde, mag es zutreffen, daß Du mit Blick auf Großanschaffungen keinen „sofortigen Nutzen“ erhältst. Du mußt schon ein klein wenig Idealist und Visionär sein, um diese Hürde Deiner Komfortzone zu nehmen und das Paradies dahinter zu erkennen.

Denn stell Dir mal vor was passieren würde, wenn jeder Geldbesitzer zum Monatswechsel eine Gebühr zu bezahlen hätte – also im nächsten Monat weniger Geld zur Verfügung hätte.

Jeder einzelne Geldbesitzer würde entweder mehr konsumieren – ob dieser Konsum nun moralisch und ethisch korrekt ist, sei zunächst einmal dahingestellt – oder er würde sein Geld ohne Zinsen(!) bei all seinen Verwandten und Bekannten gerne verleihen.

Und er wird es deshalb ohne Zinsen verleihen, weil jeder andere Geldbesitzer sein Geld ebenso verleihen möchte, so daß sie um die Abnehmer des Geldes konkurrieren müssen.

Klasse, wie dann Wettbewerb auf einmal auch was Positives sein kann, oder? 😉

Das heißt im Umkehrschluß, daß Dir das Geld buchstäblich hinterhergeworfen wird, wenn Du mehr Geld für eine Großanschaffung wie zum Beispiel ein Auto oder ein Haus benötigen solltest.

Wenn Du vielleicht beobachtest, daß in gewissen Teilen unserer Gesellschaft der Trend zur Anonymität und Vereinzelung besteht, weil die Menschen – wenn überhaupt – nur oberflächlich miteinander reden oder sich für einander interessieren, dann bewirkt eine Umlaufgebühr genau das Gegenteil.

Sie fordert Dich, mich und alle anderen Menschen dazu auf sich füreinander zu interessieren und sich gegenseitig zu unterstützen.

Denn eine Umlaufgebühr sagt Dir liebevoll:

„Komm raus aus Deiner Komfortzone – hier draußen gibt es Menschen, die sich für Dich interessieren!“

😉

Zusammenfassung

Die Umlaufgebühr ist ein Element in einem Geldsystem, welches uns Menschen dazu bringt einen Prozeß des Loslassens zu beginnen.

Und zwar geht es dabei um das Geld selbst.

Es geht dann nicht mehr um unsere vermeintliche Sicherheit und die Befriedigung irgendwelcher Existenzängste.

Es geht dann darum, daß wir uns gegenseitig in unserem Tun und Wirken unterstützen.

Und das wirklich spannende daran ist, daß wenn Du von überall Unterstützung erfährst, es für Dich auch gar keinen Grund mehr gibt über irgendwelche Sicherheiten oder Existenzängste nachzudenken.

 

Kennst Du Dir schon vorstellen, wohin uns ein umlaufgesichertes Geld dann zwangsweise hinführen wird? 😛