Martin Matzat

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19 Möglichkeiten, mit denen Du Dich auf die Bargeldabschaffung vorbereiten kannst

Nicht mehr zeitgemäß und fördert Kriminalität.

So einfach machen es sich gewisse „Spezialisten“ in ihrer Argumentation um die Bargeldabschaffung voranzutreiben.

Als aufgewachter Bürger riechst Du jedoch den Braten:

Bei jedem Bargeldverbot geht um Kontrolle und die totale Überwachung!

In einigen Ländern sind Bargeldeinkäufe über 1.000 Euro mittlerweile verboten, hier und da ist das Bargeld tatsächlich schon abgeschafft. Und 2018 oder sogar früher soll die Bargeldabschaffung dann auch bei uns so weit sein.

Und damit Du den Fängen des Systems dann nicht plötzlich hilf- und kopflos ausgeliefert bist, habe ich Dir eine nette Liste zusammengestellt, wo Du Dich in diversen Bereichen inspirieren und ausprobieren kannst.

Von einer möglichen Bargeldabschaffung wärest Du weniger betroffen, weil Du bereits geschickt umgesattelt hast. 😉

 

 Bargeldersatz 

1. Tausche Euro in Regionalgeld

So manches Regionalgeld – wie zum Beispiel der KannWas und der Chiemgauer – ist eurogedeckt. Das heißt, daß Du in den meisten Fällen Euro 1:1 gegen Regionalgeld tauschen kannst.
Zahle bzw. überweise Euro an die Zentrale oder eine Tauschstelle des Regionalgeldes, um im Anschluß Bargeld – allerdings in Regionalgeld – zu erhalten.

Nutzen:

  • Niemand kann Deine Käufe überwachen
  • Aus Buchgeld machst Du Bargeld

Bedingungen:

  • Das Regionalgeld in Deiner Nähe ist eurogedeckt
  • eine Überweisung wird von der Regionalgeldinitiative angeboten
  • Du wirst evtl. einen Termin o.ä. vereinbaren müssen, um Dir das Bargeld abzuholen

2. Werde eine Regionalgeld-Akzeptanzstelle

Auch wenn Du z.B. in sehr vielen Läden und Kaufhäusern immer mal wieder mit Karte bezahlen kannst, so gibt es doch auch immer wieder Argumente, warum Menschen lieber mit Bargeld bezahlen. Wer seinen Kunden stets die Möglichkeit der Barzahlung offen läßt, könnte der „Konkurrenz“ ein gutes Stück voraus sein.

Nutzen:

  • Du erhältst neben Buchgeldumsätzen auch Bargeldumsätze
  • Du mußt keine Euro gegen Regionalgeld eintauschen, um selbst mit Bargeld zahlen zu können
  • Du gewinnst neue Kunden bzw. betreibst damit Kundenbindung

Bedingung:

  • Die Menschen sollten davon erfahren, daß Du eine Regionalgeld-Akzeptanzstelle bist, denn ansonsten werden sie bei Dir wohl kaum mit „dem anderen Bargeld“ bezahlen. Nimm daher Kontakt zur Initiative auf.

3. Laß Dir Dein Gehalt in Regionalgeld auszahlen

Mag sein, daß für Dich die Selbstständigkeit (noch) nichts ist. Aber Du möchtest dennoch den Weg von Regionalgeld & Co mitgehen.

Nutzen:

  • Das Unternehmen, bei welchem Du arbeitest, muß weniger oft die Regionalgeldumsätze in Euro zurücktauschen bzw. länger suchen, wo wieder mit Regionalgeld eingekauft werden kann – mit Dir hat Dein Unternehmen einen sicheren Abnehmer für die Regionalgeldumsätze
  • Du bekommst die gute alte Lohntüte und mußt nicht mehrere Male zur Bank, weil Du „aus Sicherheitsgründen“ täglich nur einen Maximalbetrag vom Konto abheben darfst

Bedingung:

  • Das Unternehmen, in welchem Du arbeitest, ist eine Regionalgeld-Akzeptanzstelle

4. Handel mit Gutscheinen

Im Netz wird es auf diversen Portalen bereits vorgemacht: Es wird um und mit Gutscheinen gehandelt.
Verständlich. Denn wenn Du in einen Laden oder in ein Restaurant gehst, um einen Gutschein zu erhalten, mußt Du vorher auch immer den jeweiligen Euro-Betrag übergeben haben. Hinter dem Gutschein liegt sodann ein Leistungsversprechen für einen bestimmten Wert in Euro.
Aus „rechtlichen Gründen“ nennen einige Regionalgeld-Initiativen ihre Zahlungsmittel daher auch Gutscheine…

Nutzen:

  • Einen Gutschein aus der Region kannst Du theoretisch nutzen wie ein Regionalgeld
  • Jedes Unternehmen und jeder Mensch kann theoretisch Gutscheine in beliebiger Höhe und Menge ausgeben

Bedingung:

  • Die regionalen Gutscheine müssen sich als Zahlungsmittel etablieren
  • Um als regionales Zahlungsmittel anerkannt zu werden, müssen die dahinter stehenden Unternehmen, Menschen oder Strukturen vertrauenswürdig sein

5. Kaufe Gold- und Silbermünzen

Auch wenn früher oft mit Gold- und Silbermünzen bezahlt wurde, so erfahren sie heute wieder größerer Beliebtheit. Allerdings weniger, um damit wirklich einkaufen zu gehen, sondern mehr als Wertaufbewahrungsmittel für die anstehenden Zeiten.
Es sind also Zahlungsmittel, die genau die gleiche Motivation des Menschen anziehen wie schon beim Euro – es geht um Vermögenshortung.
Kleiner Tipp: Wenn Du über solche Münzen nachdenkst, dann kaufe sie nicht offiziell über eine Bank ein und deponiere sie dann auch dort irgendwo im Schließfach! Wenn es wirklich knallen sollte, dann könnte es ein echtes Eigentor werden. 😉

Nutzen:

  • Du bist für die Zeit „nach dem Crash“ (halbwegs) vorbereitet
  • Du erwirbst ein Spekulationsobjekt – nach dem 2. Weltkrieg konntest Du mit einer Goldmünze zum Teil ganze Straßenzüge in einer Stadt erwerben
  • Gold und Silber dürfte überall anerkannt sein

Bedingungen:

  • Du hast genug Geld für den Kauf dieser Münzen zur Verfügung
  • Der Crash findet tatsächlich eines Tages mal statt

6. Decke Dich mit Zigaretten ein

Da Gold und Silber nicht für jeden erschwinglich sind und auch eine Silbermünze – Stand heute – viel mehr wert ist als zum Beispiel ein Brot, so stellt sich die Frage, ob es nicht auch noch kleinere Zahlungseinheiten gibt.
Zur Zeit des 2. Weltkriegs und danach waren auch Zigaretten ein heiß begehrtes Gut.
Eine halbe Zigarette wurde zum Beispiel gegen Lebensmittelkarten für eine ganze Woche eingetauscht.
Du machst Dir dann die Abhängigkeiten anderer Menschen zu Nutze, weil die gesamte Infrastruktur zur Herstellung dieser Güter zusammengebrochen ist.
Klopapier zum Beispiel könnte im Krisenfall deshalb eine ähnliche Aufwertung erfahren.

Nutzen:

  • Dadurch, daß andere Menschen ihre Sucht nicht in den Griff bekommen, hast Du eine hervorragende Verhandlungsposition
  • Zigaretten sind leichter als Münzen
  • Du kannst fast überall Zigaretten kaufen und es wird nicht registriert

Bedingung:

  • Du rauchst die Zigaretten nicht vorher selber auf

7. Schöpfe Dir Dein eigenes Geld

Anstatt mit den Gutscheinen anderer Unternehmen und Menschen zu handeln, kannst Du auch selbst Gutscheine ausgeben, ohne daß irgendwer zuvor bei Dir irgendetwas eingezahlt hat. Letztlich gibst Du ein Leistungsversprechen in den Umlauf, für welches Du eine unmittelbare Gegenleistung verlangen kannst. Als Gegenleistung könnte dann derzeit noch der Euro herhalten – später dann vielleicht 1 Sack Kartoffeln, 1x Haareschneiden usw.
Sehr inspirierend ist in diesem Zusammenhang auch der Vortrag von Konstantin Kirsch über den Minuto.

Nutzen:

  • Du brauchst keine Euro und niemand anderen, um „eigenes Geld“ (hier: Gutscheine) zu schöpfen

Bedingung:

  • Du mußt vertrauenswürdig sein, da Dir sonst niemand Deine Gutscheine abnimmt

 

 Anderes Buchgeld (+Bargeld) 

8. Laß Dich vom Gradido inspirieren

Gradido ist die wohl am tiefsten beschriebene Vision wohin uns eine andere Art von Geldsystem führen kann. Für jeden, der sich intensiver mit Geld auseinander setzt, ist das Buch von Bernd Hückstädt ein Muß.
In diesem Buch beschreibt Bernd unter anderem auch wie ein Staat alle Geldprobleme mit dem Gradido elegant lösen könnte – ob ein Staat das tatsächlich möchte, ist eine ganz andere Frage.
Auf jeden Fall empfehle ich Dir als ehemalig aktiver Gradido-Botschafter, bei Bernd und seinen aktuellen Botschaftern einfach mal vorbeizugucken – sich mit dem Gradido intensiver auseinander zu setzen, wird sich auf alle Fälle lohnen.

Nutzen:

  • Allein durch das Studium des Buchs erhältst Du sehr viel Inspiration
  • Du kannst auf Gradido-eASy ein eigenes Konto erhalten und darüber – falls möglich – mit anderen Gradido-Teilnehmern Deinen Leistungsaustausch verrechnen
  • In der Gradido-University findest Du Menschen, die über Geld schon ein wenig weiter denken

Bedingung:

  • Du bist offen für eine größere Vision

9. Nutze den Dresdner Elbtaler

Als ich mich auf den Weg begab und über Alternativen zum derzeitigen Geldsystem recherchierte, kam ich immer wieder auf das Video „Was ist Regionalgeld“.
Nun sind Norbert Rost und Kollegen nach einer laaangen Konzeptionsphase mit einer eigenen entwickelten Software für den Elbtaler gestartet, die eine Karte (vgl. Regionalatlas, der auch beim Chiemgauer verwendet wird) mit einem Kontensystem verbindet.
Und auf das Buchgeld folgt nun das Bargeld.
Mein persönlicher Eindruck: Eine äußerst kompetente Mannschaft, die genau weiß wie sie was umzusetzen hat, damit der Hase läuft!

Nutzen:

  • Als bewußter Unternehmer aus der Region Dresden kannst Du gleich mal gut für Dich Werbung machen
  • Du kannst ihn (sehr bald) nutzen wie den Euro – ob als Bar- oder auch als Buchgeld
  • Du vernetzt Dich mit Gleichgesinnten

Bedingung:

  • Gerade zu Beginn wäre es von Vorteil, wenn Du als Unternehmer in Dresden selbst oder in der näheren Umgebung tätig bist

10. Spiele mit der SonnenZeit im Spiel des Lebens

Hinter der SonnenZeit und dem Spiel des Lebens steckt ein Geldsystem aus Österreich, welches sich eng an der Gemeinwohlökonomie orientiert und mit einem ausgabebezogenen Grundeinkommen konzipiert ist.

Nutzen:

  • Als bewußter österreichischer Unternehmer kannst Du gleich mal gut für Dich Werbung machen
  • Du vernetzt Dich mit Gleichgesinnten

Bedingung:

  • Du kommst aus Österreich (oder Südostoberbayern), wenn Du möglichst viel Anbindung an das sich entwickelnde Netzwerk haben möchtest

11. Handel auf dem Eiderkrone-Onlinemarkt

Mit der Eiderkrone als Referenzzahlungsmittel ist es Dir auf dem Eiderkrone-Onlinemarkt möglich in verschiedenen Zahlungsmitteln (u.a. auch Euro) Deine Waren und Dienstleistungen anderen Menschen und Unternehmen anzubieten.
Darüber hinaus ist der Onlinemarkt so aufgestellt, daß sich auch problemlos weitere Kontensysteme für andere Zahlungsmittel integrieren ließen.
So könnten sich also auch regionale Tauschringe oder nach Autarkie strebende Gemeinden dem Onlinemarkt aus der Eiderregion anschließen.

Nutzen:

  • Du kannst Deine Waren und Dienstleistungen in jenen Zahlungsmitteln anbieten, welche Dir am meisten zusagen
  • Selbst wenn Du Angebote in Euro auf dem Onlinemarkt einstellst, wirst Du von bewußten Menschen wahrgenommen
  • Du vernetzt Dich mit Gleichgesinnten
  • Du erzielst als Jahresabonnent über das Partnerprogramm nette Nebenverdienste in Euro, KannWas und Eiderkronen

Bedingungen:

  • Um alle Onlinemarktfunktionen nutzen zu können, bist Du Jahresabonnent oder probierst Dich in der aktuell kostenlosen Betaphase aus
  • Um am Partnerprogramm teilnehmen zu können, mußt Du ein Jahresabo gebucht haben

 

 Andere Formen des „Bezahlens“ 

12. Probiere das Tauschen aus

Es gibt inzwischen viele Tauschkreise. Dort versuchen die Menschen die ersten Schritte ohne Geld zu gehen. Tauschen ist zwar noch nicht bedingungsloses Schenken, aber es ist zumindest ein Anfang mal über andere Gesellschaftsinfrastrukturen nachgedacht und gelebt zu haben.
Im Vergleich zu Geld als Zwischentauschmittel findet der Leistungsaustausch beim Tauschen langsamer statt.

Nutzen:

  • Du knüpfst Kontakte zu Menschen, die ohne Geld leben möchten
  • Falls im Hintergrund des Tauschkreises keine Buchführung über die erbrachten Leistungen stattfindet, übst Dich in dem Verzicht auf Zwischentauschmittel (Geld)

Bedingung:

  • In Deiner Nähe gibt es einen solchen Tauschkreis

13. Laß Dich bewußt beschenken oder verschenke bewußt

Letztlich sollte bedingungsloses Schenken das langfristige Ziel unserer gesellschaftlichen Evolution darstellen. (Der grüne Planet ist diesbezüglich ein putziger Spielfilm.)
Vermehrt sind in vielen Bereichen unserer Gesellschaft sogar schon solcherlei Tendenzen zu beobachten. Und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen.

Nutzen:

  • Du darfst lernen und erfahren etwas Wertvolles zu bekommen ohne das bedrückende Gefühl zu haben, dem anderen noch etwas schuldig geblieben zu sein
  • Du kannst andere Menschen an Deiner Fülle bedingungslos teilhaben lassen und Dich an ihren glücklichen Gesichtern erfreuen

Bedingung:

  • Du lebst in dem Bewußtsein der Fülle und nicht im Mangelbewußtsein

14. Betreibe Lebensmittel-Selbstversorgung

Je nachdem wie groß Dein Garten ist und wie gut Du Deine Gartenarbeit strukturierst, kann die Gartenpflege doch so manches Mal recht arbeitsintensiv sein. Allerdings wirst Du mit der Zeit vielleicht auch feststellen, daß Du – immer wenn Du gerade im Garten beschäftigt bist – einen „inneren Frieden“ finden kannst.
Dein Garten lenkt Dich immer wieder vom Alltagsgeschehen ab und gibt Dir Kraft und neue Ideen. Was Du Deinem Garten gibst, zahlt er Dir zigfach wieder zurück. 😉

Nutzen:

  • Kombinierst Du Deine Gartenerzeugnisse mit denen aus SoLaWi (siehe Punkt 15), so erübrigt sich so mancher Gang in den Bio-Laden
  • Intensivere Gefühle zu „Allem, was ist“

Bedingung:

  • Du hast einen (Schreber-)Garten

 

 Weitere Netzwerke 

15. Beteilige Dich an Solidarischer Landwirtschaft (SoLaWi)

SoLaWi (engl. Community Supported Agriculture, CSA) ist ein Prinzip, bei welchem gemeinschaftlich ein Bauernhof bei seinem Tun und Wirken unterstützt wird. Dabei werden entweder monatliche Geldzahlungen gemacht, so daß für die einzelnen Hoferzeugnisse unter Umständen nichts weiter mehr zu bezahlen ist. Oder es wird zum Beispiel regelmäßig auf dem Hof geholfen, so daß letztlich Ware gegen Arbeit ausgegeben wird.
Diese Form des Wirtschaftens findest Du in erster Linie lediglich bei Bio-Höfen.
Das liegt zum Einen daran, daß jene Landwirte für solcherlei Ideen offener sind und zum Anderen, daß die bewußter gewordenen Konsumenten nur dort mithelfen, wo auch Moral, Ethik und Gesundheit groß geschrieben werden.

Nutzen:

  • Du bekommst frische biologische Lebensmittel, von denen Du weißt, wo sie herkommen
  • Du mußt unter Umständen kein Geld in die Hand nehmen, um etwas zu essen zu bekommen
  • Du bist Teil eines Netzwerks, welches sich auch auf anderen Ebenen (ohne Geld) unterstützen kann

Bedingung:

  • Du brauchst in Deiner Nähe einen Hof mit entsprechenden Ländereien und – falls Du selbst keiner bist – einen Landwirt, der Deine Werte lebt

16. Trete einer Einkaufsgemeinschaft bei

Einkaufsgemeinschaften können sich deshalb für die einzelnen Teilnehmer lohnen, weil über die größeren Mengenbestellungen oft auch größere Rabatte auf die einzelnen Artikel gegeben werden.
Nicht selten endet dies im Lebensmittelbereich in eigene Mitgliederläden, wo Du einen Monatsbeitrag zu bezahlen hast und dann die Waren zum Großhandelseinkaufspreis erwerben kannst. Bei entsprechender Menge lohnt sich das für jeden Beteiligten, weil der Aufschlag vom Groß- zum Einzelhandel nicht selten um die 30% liegt.
Tipp: Bei Bissfest in Kiel gibt es einen Mitgliederladen, wo Du selbst den Monatsbeitrag nicht bezahlen müßtest, WENN Du Deine Ware in KannWas bezahlst.

Nutzen:

  • Du sparst – falls Du nicht „fremdgehst“ – Geld und hast wie in Kiel unter Umständen auch gleich eine Anlaufstelle, wo Du mit dem Regionalgeld echte Vorteile gegenüber Euroeinkäufen hast
  • Du bist Teil einer Gemeinschaft

Bedingung:

  • Du erfüllst die jeweiligen Aufnahmebedingungen

17. Beteilige Dich an den Aktivitäten einer Transition-Town-Initiative

Falls Du Dich schon länger mit dem Sinn unseres Wirtschaftens auseinander gesetzt hast, wirst Du sicher schon einmal von dem Uni-Professor Niko Paech gehört haben, der schon viele Vorträge über Postwachstumsökonomie und ähnliche Themen gehalten hat.
Mit einer ähnlichen Argumentation finden sich überall auf der Welt Transition-Inititativen, um „von unten“ gemeinsam neue Gesellschaftsinfrastrukturen aufzubauen. Unter anderem ist in solcherlei Initativen natürlich auch immer wieder das Geld ein Thema.
So kann es zum Beispiel sein, daß dort eigene lokale Währungen ins Leben gerufen werden, Tauschkreise gezielt gefördert werden, oder man auch gleich Impulse in Richtung Schenkwirtschaft setzt.

Nutzen:

  • Du knüpfst Kontakte zu vielen Menschen, die in Ihren Bereichen die Welt ein klein wenig besser hinterlassen möchten, als sie sie vorgefunden haben
  • Gerade in größeren Transition-Town-Initiativen gibt es vielerlei Betätigungsfelder, wo auch Du einen Bereich finden kannst, in welchem Du Erfüllung findest

Bedingung:

  • In Deiner Stadt gibt es eine solche Inititative – ansonsten ist halt Deine Initiative gefragt 😉

18. Werde ein Artabani

„Artabani“ ist eine liebevolle Bezeichnung für einen Menschen, der in einer Artabana-Gruppe ist. Artabana selbst ist eine Alternative zu den herkömmlichen Krankenversicherungen.
In einer solchen gemeinschaftlichen Artabana-Gruppe triffst Du Dich regelmäßig mit den anderen Gruppenmitgliedern, die über Gesundheit „ein wenig anders denken“ als der „gemachte Mainstream“.
So auch bei der Absicherung im Krankheitsfall, falls tatsächlich mal tiefer in den Geldbeutel gegriffen werden muß.

Nutzen:

  • Es können auch Dinge bezahlt werden, die Dir keine Krankenkasse erstattet
  • Du bist (indirekt) dazu aufgefordert mehr auf Deine Gesundheit zu achten
  • Du erlebst spannende Gruppenprozesse
  • Deine Artabana-Gruppe kann sich auch gegenseitig in Angelegenheiten unterstützen, die ohne eine Geldzahlung auskommen

Bedingung:

  • Du findest eine Artabana-Gruppe in Deiner Nähe bzw. es gelingt Dir eine zu gründen

19. Nutze und betreibe Blog-Business

Nun gibt es vielerlei Möglichkeiten an das Wissen anderer Menschen kostenlos heranzukommen.
Zum einen könnten dies u.a. Büchertauschkreise sein oder auch einfache Gespräche mit anderen Menschen, die oftmals auch sehr informativ und/oder inspirierend sind. Und außerdem gibt es da ja noch das Internet…
Denn in Bezug auf das Internet zeigt sich nämlich eine immer größer werdende Blogger-Szene, die hochwertiges Wissen kostenlos allen Lesern zur Verfügung stellt. Marketing auf einer ganz anderen Ebene.
Ok, am Ende erhofft sich der Blogger, daß Du ein Produkt bei ihm kaufst. Aber wenn Du in der jeweiligen Branche gut recherchierst (speziell jetzt z.B. Internet-Marketing) und hier und da vielleicht auch selbst ein wenig ausprobierst, dann mußt Du noch nicht einmal bei den jeweiligen Bloggern selbst kaufen, um Dir noch mehr hochwertiges Wissen anzueignen.
Und so wie Du Wissen „geschenkt“ bekommen hast, so kannst auch Du Wissen verschenken, um als Nebenprodukt am Ende vielleicht doch noch – falls Du es brauchst – Geld zu verdienen. (Löblich wäre dann natürlich auch die Annahme von Regionalgeld. ;))

Nutzen:

  • Du mußt an keine Uni gehen, um zu lernen wie Du Dich selbst bekannter machst
  • Du erhältst wie beim affenblog ein paar wertvolle Tipps, die Dir Deinen Lebens-Spagat in dem jetzigen Gesellschaftswandel erheblich erleichtern können
  • Du bist Teil einer immer größer werdenden Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt

Bedingungen:

  • Dir ist der Umgang mit Computer und Internet vertraut
  • Wenn nicht, dann bist Du dazu bereit, Dich in diese Technik einzuarbeiten um tagtäglich dazuzulernen

Zusammenfassung:

Anstatt allein auf den Euro zu setzen, hast Du stets die Möglichkeit Deine Bezugsquellen zu den von Dir benötigten Waren und Dienstleistungen umzugestalten.
Vermögensberater würden sagen, daß Du eine Risikodiversifizierung bzw. Risikostreuung betreiben solltest. 😉

Einige Netzwerke werden jedenfalls größer, es werden neue Netzwerke entstehen und es werden hier und dort sicherlich auch einige Netzwerke stagnieren oder sich gar auflösen.

Bis zur Bargeldabschaffung funktioniert vielleicht nicht jeder Tauschkreis und jedes Regionalgeld gerade so einwandfrei, wie Du es Dir vielleicht wünschst. Denn logischerweise wächst eine stabilere Infrastruktur stets mit der Zahl der Teilnehmer.
Habe daher auch immer ein klein wenig Geduld mit den jungen Strukturen und Gemeinschaften – denn auch Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden.

Letztlich sind es nämlich immer wieder Menschen, die sich mit ihren neuen Ideen darum bemühen die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Sei ihnen daher dankbar als sie ständig zu kritisieren, während Du nur darauf wartest Dich ins gemachte Nest zu setzen.

Finde für Dich daher einen gesunden Mix, aus den schon gegebenen Alternativen, um nach Möglichkeit bis spätestens 2018 vom „System“ unabhängig zu sein.

Und falls Du Dir dennoch eine weitere Alternative wünschst, die weder in diesem Artikel aufgeführt ist noch irgendwo sonst existiert, dann steht Dir immer noch der Weg offen, selbst die Initiative zu ergreifen. 😉

 

Wie wirst Du Dich auf die Bargeldabschaffung vorbereiten?

 

Wie Du mit Regionalgeld zur Not auch Euro verdienen kannst

Wie Du mit Regionalgeld zur Not auch Euro verdienen kannst

Hast Du einen Goldesel zu Hause? Oder kannst Du >tschuldigung< Geld scheißen?

Wenn Du es nicht so dicke hast, dann schmerzt jeder Euro, den Du ausgibst und der keinen Nutzen bringt.

Denn vielleicht hast Du für Deinen Nebenjob als Selbstständiger oder für Deine Unternehmung schon einmal eine Werbeanzeige in einer Zeitung aufgegeben. Vielleicht sogar eine Werbekampagne?!?

Und hast Du dann auch gegengerechnet, was Du für diese Werbung ausgegeben hast und wie viele Neukunden Du dadurch gewonnen hast?

Das kann sich anfühlen wie Perlen vor die Säue zu werfen.

Und es kann Dich ganz schön ärgern – gerade deshalb, weil Dein Geldbeutel nicht unbedingt das Gefühl vermittelt gleich platzen zu wollen.

Wenn Du nun diese Geld-zum-Fenster-rauswerf-Erlebnisse gerne umgehen möchtest, so kann Dir fast jede Form von Zahlungsalternative dabei helfen kostengünstig und erfolgsorientiert den Bekanntheitsgrad Deiner Unternehmung zu steigern.

Der große Unterschied zwischen herkömmlicher Werbung und Deinem Dasein als Regionalgeld-Akzeptanzstelle

Irgendwie wirklich schräg.

Vielleicht hast Du auch schon den einen oder anderen PR-Artikel veröffentlicht und Du hast gemerkt, daß Du auf einen solchen Zeitungsartikel auch Resonanz bekommst.

Und weil es so gut lief, möchtest Du den nächsten PR-Artikel veröffentlichen mit dem Hinweis auf eines Deiner kostenpflichtigen Produkte. Die Zeitung sagt: „Ja, aber nur wenn Sie bei uns auch eine Anzeige schalten!“

Die Anzeige, läßt sich die Zeitung wie selbstverständlich bezahlen – auch wenn eine solche Anzeige erfahrungsgemäß keinen Erfolg bringt.

Doch das für Dich eigentlich wertvolle – die PR-Anzeige – ist kostenlos. Die PR-Anzeige kann aber nur geschaltet werden, wenn Du für eine Anzeige bezahlst…

Auch wenn diese Art von Geschäftsmodell schon sehr stark von aller Logik abweicht, so zeigt sie vor allem eines: Die herkömmliche Werbeanzeige hat nur noch einen „Scheinwert“. Wie Du haben schon mehr Unternehmer erkannt, daß hier Geld zum Fenster rausgeschmissen wird, so daß eine Zeitung zu solch merkwürdigen Methoden greifen muß.

Das große Risiko, daß bei solcher Art von Anzeigenwerbung immer vorhanden ist, ist, daß Du nicht wissen kannst, daß Du damit unmittelbar Erfolg haben wirst.

Gut, wenn Du vielleicht der einzige wärst, der eine Werbeanzeige schaltet, dann würdest Du vielleicht Aufmerksamkeit bekommen. Aber in einer Welt, in welcher die Leute mit Informationen überhäuft werden, gehen sie dazu über noch gezielter zu suchen.

Dann übersieht jeder Mensch Deine Anzeige.

Wenn Du allerdings nur dann für Werbung zahlen bräuchtest, wenn Du auch tatsächlich Umsatz gemacht hast, dann ist die Geldwelt für Dich als Kleinunternehmer schon viel angenehmer.

Und genau das machen Regionalgeld und andere Zahlungsalternativen für Dich möglich.

Die 2 Grundmodelle von Regionalgeldern und anderen Zahlungsmitteln

Die Regionalgeld-Initiativen bemühen sich normalerweise darum, das jeweilige Zahlungsmittel mit einem bestimmten Wert zu hinterlegen. Das könnte Euro sein, es könnte ein materieller Wert wie Gold oder eine oder mehrere Immobilie sein, es könnte aber auch Leistung sein.

Wenn Du nun mit Regionalgeld mehr Euro verdienen möchtest, so ist der Umgang mit einem eurogedeckten Regionalgeld wohl der einfachste.

Aber auch Zahlungsmittel, die mit Gold, Immobilien, Leistung oder sogar gar nichts gedeckt sind, eigenen sich wunderbar um Deine Euro-Umsätze ein wenig aufzubessern.

Wie Du mit eurogedecktem Regionalgeld mehr Euro verdienen kannst

In der Regel werden solcherlei Regionalgelder wie zum Beispiel der Chiemgauer oder der KannWas zum Euro im Verhältnis 1:1 ausgegeben.

Gut, wenn Du nun vom Regionalgeld in Euro zurücktauschen möchtest, dann wird womöglich für Dich eine Rücktauschgebühr fällig, so daß der mehr oder minder vorgegebene Wechselkurs nicht mehr exakt 1:1 beträgt. Aber davon darfst Du Dich nun nicht aus der Ruhe bringen lassen. (Ansonsten lese hier, warum Du mit dem Wechselkurs auch ein wenig spielen kannst.)

Denn angenommen Du wirst gegen eine geringe Jahresgebühr als Akzeptanzstelle eines Regionalgeldes offiziell gelistet.

Bewußte Menschen, die öfter mit Regionalwährung einkaufen wollen, werden Dich daher gezielt aufsuchen.

Diese Kunden würdest Du wohl nie gewinnen können, wenn Du nicht eine Regionalgeld-Akzeptanzstelle wärst, richtig?

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, was Du mit dem Regionalgeld sollst, wenn Du doch aber Euro brauchst um Deine Rechnungen zu bezahlen.

Die Lösung ist ganz einfach: Tausche das Regionalgeld einfach in Euro um, falls Du es nicht anderweitig in der Region wieder ausgeben kannst.

Ok, Du hast vielleicht die Rücktauschgebühr zu bezahlen, evtl. kommt auch noch die Umlaufgebühr dazu, weil Du zu lange das Geld gehortet hast und vielleicht mußt Du Dich irgendwie in Bewegung setzen, um die nächste Tauschstelle aufzusuchen.

Aber hey, sind die hierdurch eingenommenen Euro nicht allemal besser als zu Hause Däumchen zu drehen und darauf zu warten, daß endlich mal jemand Deine Waren kauft oder Deine Dienstleistung in Anspruch nimmt?

Sieh es doch mal so:

„Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach!“

Rücktauschgebühr und Co könnten(!) für Dich nur dann anfallen, wenn Du tatsächlich Umsatz machst. Es sind für Dich also – wenn Du niemanden in der Region findest, wo Du Deinen Regionalgeld-Umsatz wieder ausgeben kannst – nichts weiter als Werbekosten, die Du nur im Erfolgsfall zu zahlen hast.

Ein Riesenunterschied zur herkömmlichen Anzeigenwerbung also.

Wann Du mit begehrten, aber „nicht-eurogedeckten Zahlungsmitteln“ Euro verdienen kannst

Bei der Vielzahl von unterschiedlichsten Zahlungsmitteln, ist die Variante eines „nicht-eurogedeckten Zahlungsmittels“ wohl die häufigste. Neben einigen Regionalgeldern gehören in diese Kategorie zum Beispiel auch Tauschringe.

Doch kannst Du das eine „nicht-eurogedeckte Zahlungsmittel“ nicht mit dem anderen „nicht-eurogedeckten Zahlungsmittel“ pauschal in einen Topf werfen.

Hier mußt Du für Dich ausloten, ob ein solches Zahlungsmittel begehrenswert ist, weil Du Dir zum Beispiel wie andere Teilnehmer mit einem größeren Betrag einen echten Mehrwert erwerben kannst. Dazu zählt deshalb auch eine gewisse Knappheit des Zahlungsmittels, damit Du Deine erworbenen „Taler“ – auch wenn sie nicht eurogedeckt sind – auf Umwege dennoch gegen Euro eintauschen kannst.

(Siehe zum Beispiel Eiderkrone → Jahresabo → Alle Funktionen & Partnerprogramm)

Ein anderes Beispiel eines nicht-eurogedeckten Zahlungsmittels ist der Gradido. Um es knapp zusammenzufassen, kombiniert der Gradido den Gedanken der Umlaufgebühr mit jenem des Grundeinkommens.

Wenn Du nun auf Gradido-eASy registriert bist, dann kannst Du dort kostenlos ein Konto eröffnen und kannst Dir jeden Monat durch einen Klick auf einen Button 100 Gradido auf Dein Konto gutschreiben lassen.

Letztlich bleibt bei dieser empfehlenswert zu lesenen Vision von Bernd Hückstädts Gradido allerdings festzuhalten, daß Du Dir für Deine vielen Gradido keinen echten Mehrwert kaufen kannst.

Es fehlt – so traurig und paradox das bei einer solchen großen Vision auch klingen mag – an einem Knappheitselement, damit der Gradido auch begehrenswert ist.

Und jetzt kommt allerdings das wirklich Schöne:

Selbst wenn Du mit all Deinen Gradido weder heute noch morgen etwas anfangen kannst, so kannst Du Geldsysteme wie den Gradido dennoch dafür nutzen, um Deine Euro-Umsätze auszuweiten.

Wie Du mit „nicht-eurogedeckten“ Zahlungsmitteln, die auch nicht sehr begehrenswert sind, dennoch Euro verdienen kannst

Bleiben wir beim Beispiel des Gradidos.

Auf Gradido-eASy wird mit Gradido-Rabatten gearbeitet.

Was ist das?

Angenommen Du bietest eine Dienstleistung normalerweise für 100 Euro an.

Wenn Du nun ein Gradido-Konto hast, dann machst Du folgendes:

Du machst Deine Dienstleistung auf Gradido-eASy bekannt und nennst dabei auch gerne den Preis, welchen Du normalerweise verlangst – nämlich 100 Euro.

Ein Element, welches Du dann jedoch dieser Anzeige noch hinzufügst, ist der Gradido-Rabatt.

Und dieser Gradido-Rabatt beträgt in diesem Beispiel 10 Prozent.

Was heißt das konkret?

Jemand, der sich für den Gradido interessiert, sucht auf dem dortigen Marktplatz nach interessanten Anzeigen und findet Dich mit Deiner Dienstleistung.

Daraufhin kauft er diese Dienstleistung ein und bezahlt Dir nicht mehr 100 Euro, sondern nur noch 90 Euro plus 10 Gradido. (Die 10 Gradido entsprechen den 10 Prozent Gradido-Rabatt.)

Was ist passiert?

Du wurdest gefunden, weil Du dort zu finden warst, wo Menschen gezielt nach passenden Angeboten von anderen bewußten Menschen und Unternehmen suchen – deshalb wurde Dein Können ja auch in Anspruch genommen.

Gut, nun hast Du keine 100 Euro eingenommen, wie Du es sonst gewohnt bist, sondern nur 90 Euro.

Aber auch hier gilt:

„Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!“

90 Euro haben oder nicht haben kann einen großen Unterschied ausmachen. Und auch hier gilt, daß Du die „verlorenen“ 10 Euro als eine erfolgsabhängige Werbeausgabe betrachten solltest.

Gewinnst Du also über Gradido keine neuen Kunden, verlierst Du auch keine Euro.

Und dieses Rabatt-Prinzip kannst Du letztlich auch bei allen anderen (nicht/ kaum begehrten) „nicht-eurogedeckten Zahlungsmitteln“ anbieten.

Und dort geht es für Dich jedes Mal darum Aufmerksamkeit zu erzeugen, damit die Menschen überhaupt wissen, daß Du existierst und was Du ihnen anzubieten hast.

Zusammenfassung:

Auch wenn Du einzig und allein Euro verdienen möchtest, so kannst Du über Umwege 3er verschiedener Zahlungsmittel Deine Euro-Umsätze noch weiter steigern.

Dabei hast Du die Möglichkeiten

  • eurogedeckte Regionalgelder direkt gegen Euro zu tauschen
  • nicht-eurogedeckte Zahlungsmittel, die allerdings begehrenswert sind, indirekt gegen Euro zu tauschen
  • oder über nicht-eurogedeckte Zahlungsmittel, die auch weniger begehrenswert sind, Rabatte auf Deine Euro-Preise anzubieten.

Und das beste daran ist, daß die Kosten minimal sind und diese auch nur dann anfallen, wenn Du tatsächlich Umsatz machst.

 

Und? Hast Du schon ein Lieblings-Zahlungsmittel, mit welchem Du auch mehr Euro verdienen kannst?

 

Wie Du mit dem Wechselkurs zwischen Regionalgeld und Euro spielen kannst

Wie Du mit dem Wechselkurs zwischen Regionalgeld und Euro spielen kannst

1:1.

Das ist meistens der Kurs, zu welchem diverse Regionalgeld-Initiativen ihr Regionalgeld gegen Euro herausgeben.

Und da der Mensch ja immer wieder nach Orientierung sucht und manchmal deshalb schon fast obrigkeitshörig alles Vorgegebene übernimmt, gibt es auch viele Akzeptanzstellen, die für Euro und Regionalgeld den gleichen Preis angeben.

Du kannst das natürlich auch gerne machen.

Es ist allein Deine Entscheidung.

Du kannst aber auch ein wenig mit Deinen Preisen spielen und Dir dadurch ganz neue Möglichkeiten schaffen.

Ich liebe es zu spielen. Möchtest Du mitspielen?

Was Du als Regionalgeld-Akzeptanzstelle von den Latinos lernen kannst

Seit ich mich mit alternativen Zahlungsmitteln beschäftige, erinnere ich mich immer wieder an ein Erlebnis, welches ich 2009 in Paraguay machen durfte. Rückblickend betrachtet, war dieses Erlebnis nämlich ein echter Augenöffner. 😉

Nun gut.

2009 machte ich eine Reise quer durch Lateinamerika und überquerte daher mit den Reise- und Linienbussen diverse Grenzen, hinter welchen ich dann oftmals die Wechselstuben aufsuchte, um Geld umzutauschen.

Das spannendste „Gelderlebnis“ an dieser Reise war jedoch, daß ich in vielen Geschäften Lateinamerikas nicht nur mit der Landeswährung zahlen konnte, sondern auch mit Euro oder US-Dollar.

Das lag oftmals auch daran, daß die Latinos damals Euro und US-Dollar mehr vertrauten als dem eigenen Geld.

Und so suchte ich in Paraguay einen kleinen Klamottenladen auf, in welchem ich mich nach einem Hemd umschaute.

Wie so oft war schnell auch an diesem Ort eine hübsche Verkäuferin an meiner Seite und fragte mich, ob ich mir das Hemd, welches ich mir gerade ein wenig länger anguckte, kaufen möchte.

Sie nahm das Hemd und bat mich ihr zur Kasse zu folgen.

Dort holte sie die aktuelle Tageszeitung hervor und verwies auf den aktuellen Wechselkurs zwischen US-Dollar und Guaraní, der Währung Paraguays.

Sie sagte ich könne gerne in Guaraní bezahlen. Wenn ich allerdings den Preis umgerechnet in US-Dollar bezahlen würde, bekäme ich auf den tagesaktuellen Wechselkurs einen Rabatt von 10%!

Ein Wechselkurs, der zu meinen Gunsten verändert wird?! Da mußte ich einfach zuschlagen. Ich nahm ein paar meiner US-Dollar aus meinem Geldbeutel und war stolzer Besitzer eines weißen Hemds.

Wie Du als T-Shirt-Ladenbesitzer mit anderen Zahlungsmitteln auch umgehen könntest

Stell Dir vor, Du betreibst einen kleinen T-Shirt-Laden, in welchem Du jedes T-Shirt für 10 Euro das Stück verkaufst.

Und nun kommt ein US-Amerikaner in Deinen kleinen Laden, sucht sich ein T-Shirt aus und sagt mit seinem amerikanischen Akzent:

„Dieses T-Shirt möchte ich kaufen. Aber ich würde gerne in US-Dollar bezahlen.“

Du: „Ok, das wären dann 100 US-Dollar!“

Er: „What!!! Der Wechselkurs liegt gerade mal bei 1:1,1. Das wären dann doch wohl eher 11 US-Dollar!“

Du: „Mag ja alles sein. Aber ich vertraue dem US-Dollar noch weniger als dem Euro und da ist es mir egal welcher Wechselkurs an der Börse ausgehandelt wurde. Ich muß – wenn ich Deine US-Dollar tatsächlich annehme – nicht nur meinen Mehraufwand mit einrechnen, sondern auch auch einen Risikoaufschlag. Denn woher soll ich wissen, ob dieses Papier in 2 Stunden nichts mehr wert ist?!? Und zu allem Überfluß nimmt ja auch kein anderer Laden in der Umgebung den US-Dollar an…!“

Der US-Amerikaner macht auf seinem Absatz kehrt, so daß nur ein leichter Gummigeruch zurückbleibt.

Was ist passiert?

Ok, Du hast nun nichts verkauft, was Du ja eigentlich möchtest.

Aber das sollte Dich nicht weiter stören. Denn Du hast sein Angebot letztlich deshalb abgelehnt, weil für Dich der Tausch (T-Shirt gegen US-Dollar) in einem unbefriedigenden Verhältnis stand.

5 Gründe, warum Du einen kundenfreundlichen Wechselkurs anbieten solltest

Wie Du nun am besten die unterschiedlichen Preise und Wechselkurse Deinen Kunden mitteilst ohne daß Deine Verkäufe ins Stocken geraten, mußt letztlich Du herausfinden.

Gerade zu Anfang ist es allerdings eher unvorteilhaft zu viele Preise auf nur einem Preisschild bzw. Produkt zu haben – das schadet nämlich der Übersichtlichkeit. Allerdings bietet sich wie bei meinem Paraguay-Erlebnis immer auch ein Rabatthinweis an.

Tipp: Wie wäre es zum Beispiel mit einem großen Plakat an Deiner Ladenkasse: Zahle in Regionalgeld und Du erhältst 10% Rabatt!

Hier nun die 5 Gründe, um mit dem Regionalgeldpreis unter dem des Euros zu bleiben:

  • Du willst die Ideologie hinter der Regionalgeld-Initiative unterstützen
  • Du vertraust dem Regionalgeld mehr als dem Euro
  • Du nutzt es für Marketingzwecke
  • Du möchtest Deine Preise in Euro anheben. Deshalb bietest Du den alten Preis in Regionalgeld an und hebst dann
  • Du diversifizierst Deine Produkte und Preise. Das heißt, Du hast ähnliche Produkte, die sich allerdings in ihrer Qualität und ihrem Umfang unterscheiden, so daß Du diese auch zu unterschiedlichen Preisen anbieten möchtest. So kannst Du unterschiedlich zahlungskräftige Kunden gewinnen.

6 Gründe, warum Du einen Wechselkurs anbieten solltest, der „weniger kundenfreundlich“ ist

Manchmal macht es tatsächlich Sinn den Wechselkurs in die andere Richtung zu verändern. Allerdings solltest Du es dabei nicht übertreiben, weil Du Dir dann selbst die idealistischsten Kunden vergrauelst, die Dich dann wiederum auch nicht weiterempfehlen werden.

Tipp: Wenn die Rücktauschgebühr von Deiner Regionalwährung in Euro zum Beispiel 10 Prozent beträgt, so bietet es sich an bei Zahlung in Regionalgeld einen Aufschlag von vielleicht 5 Prozent zu verlangen. Wenn Du nämlich zum Beispiel gute (Geschäfts-)Beziehungen zu einer anderen Akzeptanzstelle pflegen möchtest, die immer mal wieder in Euro zurücktauscht, so bekommt sie bei Dir bei Zahlung in Regionalgeld einen Preisvorteil von immerhin 5 Prozent.

  • Du willst die Ideologie hinter der Regionalgeld-Initiative unterstützen
  • Du möchtest das Regionalgeld (allerdings) zunächst nur ausprobieren
  • Du tauschst alles eingenommene Regionalgeld stets in Euro um und willst die Rücktauschgebühr an Deine Kunden weitergeben
  • Du vertraust dem Euro mehr als dem Regionalgeld
  • Du nutzt das Regionalgeld für Marketingzwecke (bist allerdings nicht so effektiv wie jene Akzeptanzstellen, die mit dem Regionalgeldpreis unter dem des Euros bleiben)
  • Du betreibst eine Wechselstube, wo Du mit diversen Zahlungsmitteln handelst und die verschiedensten Wechselkurse ausgibst

Zusammenfassung:

Es ist Dein gutes Recht zu bestimmen, wann Du Deine Ware oder Deine Dienstleistung gegen ein x-beliebiges Zahlungsmittel eintauschst.

Du mußt Dich keinem „offiziellen“ Wechselkurs bedingungslos unterordnen. Diese Wechselkurse helfen Dir allerdings eine gewisse Orientierung zu gewinnen.

Und selbst wenn die Mehrheit in Bezug auf einen Wechselkurs anders denkt als Du, darfst Du stets Deine persönliche Note in einen Wechselkurs mit einfließen lassen.

Du bist derjenige, der über Deine persönliche „Geldsouveränität“ entscheidet!

 

Hättest Du als Ladenbesitzer das T-Shirt für 11 US-Dollar verkauft? 😛

 

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