Warum Du davon Abstand nehmen solltest die GEZ in bar bezahlen zu wollen

Irgendwie schon romantisch.

Denn damit könnte man 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen:

 

Wer Gegner vom Rundfunkbeitrag und der drohenden Bargeldabschaffung ist, könnte daran tatsächlich Gefallen finden die monatliche GEZ-Gebühr in bar zu bezahlen.

Es ist eine Art „Doppelprotestnote“.

 

Gut, es ist ein wenig aufwendiger.

Aber die Werte, für welche der Idealist steht, wiegen diesen monatlichen Mehraufwand mehr als auf.

 

 

Zumindest sofern das Vorhaben auch von Erfolg gekrönt ist und eine solche Handlung keinen Widerspruch in sich birgt…

 

Die GEZ bar bezahlen – die Hintergedanken

Die Idee der Barzahlung der GEZ-Gebühr wurde vom Wirtschaftsjournalisten Norbert Häring in die Öffentlichkeit getragen.

 

1. Bargeld als einziges gesetzliches Zahlungsmittel

Sein erster Hintergedanke dabei war und ist die intensivere Auseinandersetzung mit gesetzlichen Zahlungsmitteln.

Denn in § 14 Bundesbankgesetz steht, daß “auf Euro lautende Banknoten das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel” sind.

Weitergedacht bedeute nämlich dieser Passus, daß eine Bargeldabschaffung allein auf dieser Grundlage nicht möglich wäre.

Denn schließlich würde sich der Gesetzgeber dadurch seines eigenen und einzig gültigen Zahlungsmittels selbst berauben.

 

Sollte jedoch im Zuge der Bargeldabschaffung nun das Buchgeld das Attribut eines gesetzlichen Zahlungsmittels erhalten, so erhofft man sich, daß die Geldschöpfung der Geschäftsbanken dabei genauer unter die Lupe genommen wird.

(vgl. „Justiz entlarvt: Giralgeldschöpfung unbekannt„)

 

Sofern also das Bargeld abgeschafft wird und sich der Gesetzgeber schließlich damit befassen müsse, daß das Giralgeld fortan als gesetzliches Zahlungsmittel deklariert wird, so stünde dann auch die Hoffnung im Raum, daß die Giralgeldschöpfung der Banken gesetzlich untersagt wird.

Ob solcherlei Spekulationen in unserem Rechtscasino wirklich Sinn machen, sei jetzt mal dahingestellt.

Doch aus dieser Argumentation heraus ergebe sich durch § 14 Bundesbankgesetz eine Annahmeverpflichtung des Bargeldes – auch für staatliche und halbstaatliche Instanzen.

 

2. Befreiung vom Rundfunkbeitrag

Durch Zahlungseingänge, die bar geleistet werden, könnten die Verwaltungsroutinen des Beitragsservices gestört werden.

Das gilt insbesondere für den Fall, wenn dies eine größere Masse von Beitragszahlern so handhaben würde.

Daß dann der Beitragsservice unter anderem darauf verweist, daß man dies in diversen Kreditinstituten gegen eine Gebühr von 5 bis 15 Euro gerne tun könnte, zeigt wie widerspenstig ein solcher Geldparasit sein kann.

 

Gerichtsurteil zur Barzahlung der GEZ-Gebühr

Auch wenn über Kanäle wie Tichys Einblick ordentlich die Trommel für ein anstehendes „Musterurteil“ gerührt wurde, so war jener Ausgang dennoch zu erwarten:

Nach einem erneuten Versuch über eine rechtliche Argumentation der GEZ-Gebühr beizukommen, weist im Winter 2016 das Verwaltungsgericht Frankfurt die Klage auf Barzahlung ab.

Dabei ist die Argumentation der Rechtsprechung teilweise recht abenteuerlich.

 

Doch mal ehrlich:

Welcher Richter hat schon Lust mit seiner Entscheidung eine kleinere oder größere Staatskrise auszulösen?

In diesem Rechtsbankrott hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus – das haben auch schon andere Gerichtsurteile zur GEZ gezeigt.

(vgl. u.a. kostenlose-urteile.de & 13 gute Gründe warum jede GEZ-Klage verschwendete Energie ist)

 

Die GEZ bar bezahlen zu wollen, ist wie ein bißchen schwanger zu sein

Willst Du die GEZ-Gebühr nun bezahlen oder verweigern?

Entscheide Dich…!

 

Gut…

Mag sein, daß dieses Vorhaben der Barzahlung tatsächlich der GEZ ein wenig Sand ins Getriebe streut.

Und es mag auch sein, daß es der Auseinandersetzung mit den Hintergründen der Geldschöpfung dient – genauso wie dem Aufzeigen unseres Rechtsbankrotts.

 

Sobald Du jedoch den Rundfunkbeitrag bezahlst, bekundest Du damit Dein Einverständnis zur GEZ-Gebühr – ganz gleich ob sie nun online oder bar bezahlst.

Das macht keinen(!) Unterschied.

 

Außerdem bist Du auch unklar in Deiner Haltung.

Und wenn Du unklar in Deiner Haltung bist, dann stell Dir selbst doch mal die Frage, warum Du Monat für Monat diesen Mehraufwand der Barzahlung auf Dich nehmen möchtest.

Mit Deiner Barzahlung sagst Du einerseits, daß Du nicht gegen die GEZ-Gebühr bist.

Aber andererseits findest Du es auch nicht wirklich schön sie zu bezahlen.

Das hat einen Hauch von Schizophrenie, oder?

 

Ok, vielleicht gehörst Du zu jenen Menschen, die sich (noch) nicht trauen das zu sagen, was sie wirklich denken.

Aber wenn Du es Dir nicht zutraust zu dem zu stehen, was Du denkst, wo ist dann Deine Achtung vor Dir selbst?

Ist Deine Selbstliebe irgendwo im Keller verloren gegangen?

 

Wenn Du die GEZ-Gebühr nicht bezahlen willst, dann bezahle sie auch nicht!

Punkt.

 

Wenn Du es mit der Barzahlung des Rundfunkbeitrags ernst meinst

Damit wir uns nicht falsch verstehen:

Wenn Du den Rechtsbankrott in diesem Land aufzeigen möchtest, dann halte ich es für vollkommen in Ordnung, daß Du daran festhältst Deine GEZ-Beiträge in bar bezahlen zu wollen.

Jedes dieser Urteile birgt in sich Widersprüche und bringt so manchen Menschen ins Grübeln.

 

Aber zu glauben, daß es in diesem Korruptionssumpf tatsächlich Richter gibt, die sich in ihrem Ego und ihren Ängsten reflektieren, um dann entsprechend ihr Handeln einzig und allein der Wahrhaftigkeit zu verschreiben, halte ich doch für sehr gewagt.

Denn wenn selbst der ehemalige Generalbundesanwalt Harald Range vom Justizminster Heiko Maas auf Grund diverser „Unbequemlichkeiten“ entlassen werden kann, zeigt es sich doch, daß die Geschichte von der Gewaltenteilung in diesem Land nur ein Märchen ist.

 

Bliebe als Alternative vielleicht das Szenario, daß Du dem Beitragsservice persönlich einen Besuch abstattest:

Du klopfst dort an die Tür und versuchst das Bargeld zu übergeben.

Und weil Du vielleicht abgewiesen wirst, hast Du Dir eine entsprechende Ausrüstung besorgt, um vor jenem Gebäude zu nächtigen.

Dich werden dann mit Sicherheit spannende Begegnungen mit Polizisten erwarten, die – mit Blick auf den GEZ-Trend – wie Du einen Groll auf den Rundfunkbeitrag haben, aber dennoch das tun, was von dem Aussteller ihres Gehaltsschecks erwartet wird.

 

Du wirst merken, daß Du selbst mit diesem Vorhaben keinen Erfolg hast.

Jedenfalls dann, wenn Du Erfolg im Sinne von „Bargeld angenommen“ wertest.

 

Falls Du Dich hingegen in Deiner Empathie für das Dilemma sämtlicher Staatsdiener schulen möchtest, dann werden Dir die Polizisten auf die eine oder andere Art und Weise dafür zur Verfügung stehen…

Wie weit willst Du „aus Liebe zum Bargeld“ also gehen?

 

Denn wenn Du auf Dein Recht pochst, dann findest Du Dich in Deinem Handeln und Deinem Bewußtsein im alten Testament wieder:

Auge um Auge – Zahn um Zahn.

Ist das die Lösung?

 

Ich persönlich habe dauerhaft jedenfalls keine Lust auf dieses Prinzip der permanenten Aufrechnung – weder beim Geld noch beim Recht.

 

Wenn Du die GEZ bar bezahlen willst, dann kannst Du keine Wahrhaftigkeit erwarten

Vielleicht bist Du schon dahinter gekommen, daß Du von diesem Möchtegern-Rechtsstaat keine Wahrhaftigkeit erwarten kannst.

Du hast schließlich Dein Vertrauen verloren.

Aber wenn Du in der äußeren Welt keine Wahrhaftigkeit von Verantwortungsträgern wahrnimmst und Du diese dafür verurteilst, stellt sich die Frage, ob Du sie denn wenigstens selber lebst.

 

Ich meine, Du willst den Rundfunkbeitrag nicht zahlen, aber bar ist für Dich in Ordnung.

Du zweifelst an der Wahrhaftigkeit von Legislative, Judikative und Exekutive, glaubst aber über Gerichte zu Deinem Recht (auf Bargeldzahlung) zu kommen.

Und Du willst mit dem „einzigen gesetzlichen Zahlungsmittel“ bezahlen, bist aber auch davon überzeugt, daß selbst das Euro-Bargeld rechtlich nicht einwandfrei ist.

 

Wo ist da Deine Linie, wenn Du Dir permanent selbst widersprichst?

Warum sollte die Welt im Außen ehrlich zu Dir sein, wenn Du zu Dir selbst noch nicht einmal ehrlich sein kannst?

 

Und wenn Du nicht ehrlich zu Dir selbst bist, Dich also selbst belügst, dann mußt Du diese Lüge konsequenterweise in Deine täglichen Gewohnheiten übertragen.

Sprich: Du belügst auch jene Menschen, die Du in Dein Herz geschlossen hast.

 

Was macht Dich dann besser als die „Lügenpresse“, dessen Gebühr Du eigentlich gar nicht mehr bezahlen möchtest?

 

Gesamt

Martin Matzat

Ich zeige über verschiedenste Geldaspekte die Mißstände in unserer Außenwelt auf, um im Anschluß den Irrtum an und in uns selbst sichtbarer zu machen.

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1 Kommentar auf "Warum Du davon Abstand nehmen solltest die GEZ in bar bezahlen zu wollen"

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Heinz Gunkel
Gast

Das ist kontraproduktiv.
Besser wäre ein Grundeinkommen und dafür gibt es inzwischen eine Partei, die das als Einthemenpartei in den Bundestagswahlkampf 2017 trägt.
Bündnis Grundeinkommen »http://www.buendnis-grundeinkommen.de/«
Begründung: Ein Grundeinkommen wird mit der Globalwährung EURO nicht funktionieren, da haben sich die Politiker.Innen ein Kuckucksei gelegt. Folglich brauchen wir eine nationale oder regionale Währung und dabei werden die Karten neu gemischt.

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