Geld verdienen – ein persönlicher Irrtum?

Sofern wir danach streben den Sinn des Lebens zu finden, so kommen wir früher oder später an einen Punkt, an welchen wir uns darum bemühen unser Handeln auf Tugendhaftigkeit auszurichten.

Wir stellen unser Ego mehr und mehr zurück und versuchen uns höheren Prinzipien zu öffnen.

 

Welche Lebensaufgabe habe ich?

Wie kann ich mich, mein Sein und mein Wirken in den Dienst des großen Ganzen stellen?

Und falls es (noch) nicht das große Ganze ist, dann würde ich zumindest im Kleinen schon anfangen wollen etwas zu geben…

 

Dabei geraten wir immer wieder in Konflikte.

In Konflikte mit der Gesellschaft.

In Konflikte mit dem eigenen Freundeskreis und der eigenen Familie.

In Konflikte mit uns selbst.

Denn immer wieder sehen wir uns der Nötigung ausgesetzt, daß wir nur dann etwas geben können und dürfen, wenn wir auch bereit sind dafür etwas zu nehmen.

 

Es mag zutreffen, daß jemand, der nur gibt ohne etwas zu nehmen, sich ausnutzen läßt, weil er einen Minderwertigkeitskomplex hat.

Doch so pauschal können wir über Geben ohne Nehmen gar nicht urteilen.

Denn wie immer spielt es auch hier eine Rolle mit welchem Bewußtsein wir Geben ohne zu Nehmen.

 

Was bedeutet Dienen?

„Ich bin doch nicht Dein Diener!“ ist ein Ausspruch, den so mancher von uns aus jenen Situationen kennt, wenn wir die Gefälligkeiten unserer Mitmenschen nach ihrem Empfinden zu sehr in Anspruch genommen haben.

An dieser Stelle könnten wir nun der Frage nachgehen, welches Motiv uns dazu bewog, unsere Mitmenschen unbewußt wie eigene Diener zu halten.

Vielleicht, weil in uns immer noch gewisse Anteile zu finden sind, die uns selbst zum Sklaventreiber werden lassen.

Doch damit kommen wir zu einer viel tiefer gehenden Frage, ob und an welcher Stelle zwischen Dienen und Sklaverei differenziert werden kann.

 

Klassisch gesehen, ist Sklaverei eine Form der Nötigung zur Arbeit, die Bedingungen an das Zusammenleben stellt und über Belohnung sowie Bestrafung an den persönlichen – und meist egoistischen – Zielen des Sklaventreibers ausgerichtet ist.

Der stärkere Impuls der Sklaverei kommt deshalb eher von gesellschaftlich höher angesehenen Menschen und entspringt einer Form des Hochmuts, welcher im Sinne des Egos glaubt mehr als andere Menschen wert zu sein.

Die gesellschaftlich weniger angesehenen Menschen gehorchen und sie „dienen“, auf Grund eines Impulses von Außen.

Die Form dieses vermeintlichen Dienens ist – weil das eigene Tun und Wirken von äußeren Regeln abhängig gemacht wird – also nicht frei.

 

Wahrscheinlich haben wir deshalb gewisse Probleme mit dem Dienen, weil wir einerseits glauben, daß Sklaverei und Dienen ein und dasselbe sind und andererseits spüren wir immer mehr, daß für unseren deutschen Volksgeist in diesem Zeitalter das Thema der Freiheit auf dem Programm steht.

Es ist die Aufgabe des deutschen Volkes nach Freiheit zu streben und sie tugendhaft zu leben – genau dann stellen wir uns in den Dienst der anderen Völker und somit der gesamten Menschenheit.

(Wenn nicht, dann kriegen wir von anderen Völkern eins auf die Mütze! – vgl. auch 1. und 2. Weltkrieg!)

 

Wir leben also einen gewissen Widerspruch, weil wir es noch nie in Erwägung gezogen haben, daß ein Leben als Diener auch eine Entscheidung sein kann, die wir in vollem Bewußtsein für uns selbst getroffen haben.

Wir können geben ohne etwas zu nehmen oder zu erwarten.

Denn wie ein Diener in der Sklaverei stünde es uns auch bei einer eigenen bewußten Entscheidung für das Dienen nicht zu irgendwelche Forderungen zu stellen.

Denn im Gegensatz zu einem oberflächlichen Sklaventreiber bemühen wir uns darum demütig zu sein.

Und Demut ist wertschätzend und nicht fordernd.

 

Was bedeutet (Geld) verdienen?

In unserem materiellen Bewußtsein gilt es als ausgemacht, daß wir doch Geld verdienen müssen um zu leben oder auch um gesellschaftlich anerkannt zu sein.

Denn wer sich nicht darum bemüht seine materiellen Reichtümer zu mehren, gilt vielerorts als Schmarotzer.

Ego, ich hör Dir trabsen…

 

Die deutsche Sprache ist unglaublich präzise und wir Deutsche ergründen mehr und mehr die tiefer gehende Bedeutung unserer noch so oft unbewußt genutzten Worte.

 

Wer die deutsche Sprache versteht und studiert befindet sich auf dem Markte,

wo alle Nationen ihre Waren anbieten, er spielt den Dolmetscher, indem er sich selber bereichert.

Johann Wolfgang Goethe

 

Wofür aber wird nun die Vorsilbe ver- genutzt?

„Ich habe mich verlaufen.“

„Das hast Du verkehrt gemacht.“

„Das habe ich verstanden.“

„Upps, da habe ich mich wohl versehen.“

„Wir sind verheiratet.“

 

Die Vorsilbe ver- nutzen wir, um in erster Linie Veränderungen auszudrücken.

Veränderungen sind nun nicht unbedingt schlecht.

Doch sofern diese Veränderung zu extrem war, entpuppt sich der von uns eingeschlagene Weg als ein persönlicher Irrtum.

 

Was also bedeutet jetzt verdienen?

Kann ich sagen, was verdienen wirklich heißt, wenn ich weder ein Bewußtsein dafür habe, was Dienen noch was die Vorsilbe ver- bedeutet?

Wenn verdienen meint, daß wir uns in unserer Interpretation des Dienens geirrt haben, warum gehen wir diesen Weg dann noch weiter?

 

Wenn ein ehrlicher Mensch erkennt, daß er irrt, wird er sich entweder seines Irrtums oder seiner Ehrlichkeit entledigen.

Unbekannt

 

Fazit

Bewußtes Dienen ist aus vielerlei Hinsicht etwas Selbstloses.

Doch vor jeder bewußten Handlung muß ein Bewußtseinsprozeß stattfinden, weil die Handlung ansonsten etwas Unbewußtes bleibt.

Denn unser Bewußtsein hat Einfluß auf unser Tun und Wirken.

Gleichzeitig machen wir durch unser Tun und Wirken weitere Bewußtseinsentwicklungen, die abermals Einfluß auf unser Tun und Wirken haben.

 

Doch auch wenn unsere Seele wissen will, wer sie ist, was sie hier auf Erden soll und dabei womöglich feststellt, daß sie sich selbst immerzu verletzt, weil sie in dieser Gesellschaft glaubt Geld verdienen zu müssen, so können wir unser materialistisches und doch unbewußtes Handeln nicht von einem auf den anderen Tag ablegen.

Denn der gesellschaftliche Glaube an die Erfordernis des Geldverdienens bremst uns, weil wir selbst auch ein Teil dieser Gesellschaft sind.

 

Fakt ist allerdings auch, daß niemand von sich sagen kann schon die Freiheit erlangt zu haben, wenn das eigene Leben an dem Glauben geknüpft ist, daß wir Geld verdienen müssen um unser Leben überhaupt leben zu können.

Denn Freiheit und Bedingungen passen nicht zusammen.

Und unsere deutsche Seele weiß das – sie sucht nur nach dem Weg, wie sie dieses Wissen im Sinne aller Völker leben und ausdrücken kann.

 

Gesamt

Martin Matzat

Ich zeige über verschiedenste Geldaspekte die Mißstände in unserer Außenwelt auf, um im Anschluß den Irrtum an und in uns selbst sichtbarer zu machen.

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3 Kommentare auf "Geld verdienen – ein persönlicher Irrtum?"

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Björn Rues
Gast

Das missverständniss für sein überleben Geld verdienen zu müssen ist schon sehr lange Bestandteil der Gesellschaft. Vielleicht angeführt von der Obrigkeit, die moderne Sklaverei möglich machten und auch brauchten, um eine hohe Produktivität zu erzielen. Es wäre schön wenn alle Menschen mit Demut dem dem wohl anderer dienen würden.

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