Bedingungsloses Grundeinkommen kontra: Warum die freiere Wahl der Arbeit ein Irrtum ist!

„Zwei mal Drei macht Vier widdewiddewitt und Drei macht Neune.

Ich mach mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt!“

 

Nein, das war im Original nicht von Andrea Nahles, sondern von Pipi Langstrumpf.

Doch Andrea Nahles kommt aus der SPD, also jener Partei, die sich einst als DIE Arbeiterpartei verstand.

Daß sich die SPD im Laufe der Jahre immer deutlicher von der ehemaligen Wählerzielgruppe der Arbeiter entfernt hat, dürfte so manchem Tagträumer mittlerweile auch schon klar geworden sein.

 

Wenn wir nun diese Beobachtung allerdings für sich nehmen – also die Arbeiterpartei entfernt sich von den Arbeitern – und diesen Umstand symbolisch zu übertragen versuchen, dann könnten wir zu dem Schluß kommen, daß dies ein Hinweis darauf ist, daß wir alle(!) unser Verständnis und unsere Empathie für (aufrichtige) Arbeit mehr und mehr verlieren.

Von einer solchen Aufforderung zur Selbstreflexion ist die Bewegung des bedingungslosen Grundeinkommens nicht ausgeschlossen.

 

Im Gegenteil.

Gerade weil sich die Grundeinkommensbewegung politisch korrekt eher im linken Lager sieht, weil sie sich darüber hinaus vielfach anmaßt für soziale Gerechtigkeit zu stehen und damit auch ein (ehemaliges?) Schlagwort der SPD nutzt, sollte sie sich mit der nun folgenden Kritik im Besonderen auseinandersetzen.

 

Kontra gegenwärtige Sozial- Gesellschafssysteme: Wie sich die BGE-Bewegung die Veränderung der Arbeitswelt vorstellt

Mit der Digitalisierung und der Automatisierung wird sich unsere Arbeitswelt verändern, ja.

Und vielfach wird diese Entwicklung sogar als Argument gebraucht, um die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens zu rechtfertigen.

Daß dieses Digitalisierungs-Argument ein Eigentor sein könnte, habe ich in „Warum das bedingungslose Grundeinkommen ein Trojanisches Pferd ist“ schon angedeutet.

 

Wie auch immer.

Letztlich steckt hinter dem bedingungslosen Grundeinkommen die Idee, daß jeder Mensch einen gewissen Freiraum bekommt sich seine Arbeit auszusuchen.

 

Er würde nicht so schnell in Existenzangst verfallen, wenn er mal seine Arbeit verlieren sollte.

Er würde mehr Mut haben seine Anstellung zu kündigen, wenn ihm die Arbeitsatmosphäre oder auch die Tätigkeit an sich nicht zusagt.

Man verspricht sich davon, daß Unternehmen zunehmend darauf achten müssen, daß mehr und mehr Einfühlsamkeit im Arbeitsalltag seinen Platz bekommt und parallel dazu muß sich diese Empathie auch in der Außenwelt des Unternehmens zeigen.

Unternehmen könnten immer weniger gut gegenüber Natur und Mensch rücksichtslose und unethische Produkte und Dienstleistungen verkaufen.

Ethische Produkte würden immer günstiger werden.

Unethische Produkte hingegen würden immer teurer werden.

 

Bis hierhin, hört sich ja alles ganz gut an.

 

Konträres Weltbild: Die unbewußte Souveränität des Arbeiters

Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen ist unter anderem die Idee verbunden, daß sich die Vielzahl der „Arbeitnehmer“ von ihrem „Arbeitgeber“ nicht mehr unterjochen lassen müssen.

Doch die eigentliche Unterdrückung eines „Arbeitnehmers“ beginnt schon in der Beschreibung selbst, weil sie oftmals so verwendet wird, wie sie von der Mehrheit – und im obigen Satz auch von mir – nun mal verwendet wird.

 

Da in den jeweiligen Arbeitsverhältnissen nun der „Arbeitnehmer“ auch der Geldnehmer und der „Arbeitgeber“ ein Geldgeber ist, stellt sich die Frage wie es bei einseitigem Geben und Nehmen überhaupt noch zu einem Austausch zwischen Geld und Arbeit kommen kann.

Das Geheimnis liegt darin, daß die Begriffe Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertauscht sind!

(Vgl. Warum die richtige Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Definition den Rechtsstaat in Frage stellt)

(Im weiteren Verlauf dieses Artikels werde ich die Begriffe deshalb nun auch richtig herum verwenden!)

 

Und weil ein jeder bei diesem Begriffswirrwarr mitmacht, wird jedem Menschen beständig ins Unterbewußtsein eingraviert, daß Arbeitgeber Schmarotzer seien.

(-> „Sie nehmen ausschließlich ohne etwas zurückzugeben!“)

Damit kann das Arbeitsvieh schön klein gehalten werden, so daß es sich höchstens in Zusammenschlüssen selbst etwas zutraut.

 

Doch dadurch, daß Gewerkschaften oder auch gerne die SPD die Vertretung der Arbeitgeber übernimmt, versäumt es ein jeder Arbeitgeber selbstständig zu werden und sich vom Rockzipfel „behütender Organisationen“ zu lösen.

Die Arbeitgeber können schließlich darauf vertrauen, daß jemand anderes die eigenen Interessen vertritt, oder etwa nicht?!?

 

Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger.

Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen.

Was machen Volksvertreter?

(Und auf Grund welcher inneren Motivation?)

 

Die Sackgasse hinter dem Sicherheitsbedürfnis

Menschen haben Angst.

Unbewußte Menschen haben mehr Angst als bewußte Menschen, weil die bewußten Menschen dazu in der Lage sind sich selbst zu fragen, warum sie vor etwas Angst haben.

Und falls die erste Frage nach dem WARUM bei den bewußten Menschen beantwortet wurde, wird mindestens noch ein zweites und ein drittes Mal gefragt, warum der jeweils genannte Grund zur Angst die eigentliche Ursache der Angst sein soll…

Anstatt also ein oberflächliches Leben zu führen, gibt es mittlerweile sehr viele Menschen, die ihrem Leben Tiefe verleihen und dem Sinn des Lebens immer näher kommen.

 

Unsere größte Angst

Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.

Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.

Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, ängstigt uns am meisten.

Wir fragen uns: Wer bin ich denn, dass ich so brillant sein soll?

Aber wer bist du, es nicht zu sein?

Du bist ein Kind Gottes.

Es dient der Welt nicht, wenn du dich klein machst.

Sich klein zu machen, nur damit sich andere um dich herum nicht unsicher fühlen,

hat nichts Erleuchtetes.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.

Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem Einzelnen.

Und wenn wir unser Licht scheinen lassen,

geben wir damit unbewusst anderen die Erlaubnis, es auch zu tun.

Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,

befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen.

Marianne Williamson

 

 

Die Angst wird aus dem eigenen Ego geboren und dieses Ego versucht alles um eine Scheinwelt aufrechtzuerhalten, die mit der Seinwelt kaum etwas gemeinsam hat.

Doch dadurch, daß sich ein Großteil der Menschen vom eigenen Ego statt der Seele regieren läßt, werden auch immer wieder „Verkaufsangebote“ angenommen, die das eigene Ego triggern.

(Wer demnach durchschaut, was genau das Ego ist, wie es funktioniert und wann das Ego anderer dazu animiert werden kann in gewisse Handlungen zu kommen, gehört zu den besten Verkäufern dieser Welt!)

 

Bietet sich also eine Partei an, daß man sich für größere „soziale Gerechtigkeit“ oder „gerechtere Löhne“ einsetzt, so kann das Ego der sicherheitsbedürftigen Arbeitgeber nicht anders als jener Verführung nachzugeben.

 

„Arbeit macht frei!“ kontra „Bedingungsloses Grundeinkommen macht faul!“

Ob gegenwärtig in der Ist-Situation oder auch zukünftig mit einem bedingungslosen Grundeinkommen im Rücken.

Wer als bewußter Arbeitgeber voller Tatendrang nur so strotzt, wird womöglich sehr bald ernüchtert feststellen, daß diese Arbeitsfreiheit nicht wirklich existiert.

 

Denn es gibt da beispielsweise einen Begriff, der sich „Scheinselbstständigkeit“ nennt und der juristisch dafür sorgt, daß sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer NICHT so ohne weiteres auf ein Arbeitsverhältnis einigen können, welches für beide Seiten vorteilhafter wäre.

Hier mischt sich der Kontrollwahn – also das Ego – des BRD-Staatskonstruktes ein und verhindert mit solcherlei Regelungen, daß sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Sinne der wirtschaftlichen Brüderlichkeit annähern können.

(Vgl. Rudolf Steiner, soziale Dreigliederung: Der nationalökonomische Kurs & Kernpunkte der sozialen Frage)

 

Fazit

Es greift zu kurz, wenn gewisse Feldversuche zum bedingungslosen Grundeinkommen einseitig dargestellt werden und man damit zu belegen versucht, daß das bedingungslose Grundeinkommen die Menschen nicht träge macht.

(Vgl. Bedingungsloses Grundeinkommen in Finnland – Warum dieses Erfolgsbeispiel hinkt)

Denn das, was den Tatendrang und das kreative Schaffen der Menschen unterbindet, ist (der Glaube an) jene Organisation, welcher in 98 Prozent der BGE-Konzepte die Rolle des Organisators, Verteilers und Verantwortlichen für ein bedingungsloses Grundeinkommen zugedacht wird.

 

Lediglich ein neues Geldumverteilungskonzept als Lösung unserer sozialen Probleme zu erdenken, reicht für die Zukunft nicht aus.

Sofern wir uns als Weltverbesserer verstehen und unseren Fokus auf die Welt im Außen legen, sollten wir uns auch darüber Gedanken machen wie sich ein zukünftiges von den vergangenen und gegenwärtigen Staats- und Gesellschaftskonstrukten zu unterscheiden hat.

 

Weitere Artikel und Gedanken rund um das bedingungslose Grundeinkommen findest Du hier.

 

Gesamt

Martin Matzat

Ich zeige über verschiedenste Geldaspekte die Mißstände in unserer Außenwelt auf, um im Anschluß den Irrtum an und in uns selbst sichtbarer zu machen.

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